Feuerwehrleute löschen einen schwarzen Audi in Britz. Die Polizei geht davon aus, dass es sich dabei um den Fluchtwagen der Bankräuber handelt. Foto: Morris Pudwell

Die Schlinge zieht sich langsam zu. Ermittler haben eine erste heiße Spur zu den Bankräubern aus Wilmersdorf. Laubenpieper entdeckten in der Nacht zu Mittwoch den Fluchtwagen der Bande. Das Auto stand brennend am Stadtrand. Wenige Stunden später sperrte die Polizei Abschnitte der Stadtautobahn, über die die Täter geflüchtet waren. 

Anwohner einer Kleingartenanlage am Breitunger Weg in Britz alarmierten gegen 1.20 Uhr die Feuerwehr, weil sie einen lauten Knall hörten und dann Flammen sahen. Brandbekämpfer löschten das Feuer. Doch für die Kriminaltechniker dürfte es schwierig werden, brauchbare Spuren zu sichern. Der Innenraum des schwarzen Audi S6 V10 Avant (435 PS) wurde gezielt im Innenraum angezündet, um Fingerabdrücke und DNA zu beseitigen.

Ein Polizeisprecher: „Es wird derzeit davon ausgegangen, dass es sich bei dem Audi um das Fluchtfahrzeug zu dem versuchten Überfall auf eine Bank am Bundesplatz handelt.“ Die Kennzeichen an dem Wagen waren gestohlen. Ermittler schließen nicht aus, dass der schwarze Audi bereits am Freitag vergangener Woche bei dem versuchten Raub auf einen Geldboten im Karstadt am Hermannplatz eingesetzt worden ist. Laut Zeugenaussagen passt die Beschreibung haargenau. 

Für die weitere Spurensuche sperrte die Polizei gestern zwischen 11.30 und 12.45 Uhr Teile der Stadtautobahn. Laut der Verkehrsinformationszentrale war die A100 in beiden Richtungen zwischen Wexstraße und Detmolder Straße gesperrt - also genau auf dem Abschnitt nahe der Bankfiliale, von dem die Täter geflohen waren. Der Verkehr staute sich aufgrund der Sperrungen zeitweise bis zur Gradestraße. Wenig später wurde die Stadtautobahn in Richtung Norden zwischen Schmargendorf und Hohenzollerndamm abgeriegelt. Spürhunde, sogenannte Mantrailer, waren im Einsatz. Die Polizisten suchten offenbar nach der Tatwaffe und anderen Gegenständen, die die Räuber auf der Flucht verloren oder weggeworfen hatten. Ob sie was gefunden haben, ist unklar. 

Die drei bis vier Räuber – Zeugenaussagen dazu weichen voneinander ab – waren am Dienstagvormittag, etwa eine halbe Stunde bevor die Bank öffnete, mit einem weißen VW Pritschenwagen auf den Hof gefahren. Die Bande hatte einen langen Stahlträger auf der Ladefläche befestigt, der nach hinten etwa einen Meter herausragte. Mit diesem Rammbock fuhren sie rückwärts gegen die Fassade und durchstießen ein Gitterfenster. 

Bei dem Coup wurden sie von einem Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma überrascht. Nach KURIER-Informationen lieferte sich der Wachmann eine Schießerei mit den Räubern. Bei dem Schusswechsel traf ihn ein Projektil in der Schulter. Ermittler werten derzeit Überwachungsbilder aus dem Innenhof der Bank aus.