Bei einem Einbruch im November 2019 wurde im Juwelenzimmer im Grünen Gewölbe im Dresdner Schloss eine Vitrine (hinten li.) beschädigt. Foto:  dpa/Sebastian Kahnert

Im Zusammenhang mit dem spektakulären Juwelendiebstahl aus dem Dresdner Grünen Gewölbe sind erneut Gewerberäume in Berlin durchsucht worden. Am Mittwoch sowie bereits in der vergangenen Woche durchsuchten Ermittler mehrere Autowerkstätten, wie die Staatsanwaltschaft Dresden am Donnerstag mitteilte. Die Firmen sollen den als Fluchtfahrzeug genutzten und später in Brand gesetzten Wagen der Täter in deren Auftrag mit Kunststofffolie beklebt haben, um dessen Äußeres zu verändern.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand geht die Staatsanwaltschaft nicht davon aus, dass die betreffenden Betriebe den Zweck der Foliierung kannten. Deren Inhaber werden deshalb nicht als Tatverdächtige in dem Diebstahlsfall geführt. Sie wurden als Zeugen befragt. Bei den Durchsuchungen wurden umfangreiche Geschäftsunterlagen und Daten durchgesehen und teils beschlagnahmt. Staatsanwaltschaft und Polizei erhoffen sich davon Hinweise auf die Identität derer, die die Foliierung des Tatfahrzeugs in Auftrag gaben.

Bereits vor zwei Wochen waren die Wohnung eines Manns und die Geschäftsräume seines Arbeitgebers in Berlin durchsucht worden. Der Mann soll den Tätern SIM-Karten verkauft oder diese zum Vertrieb an ein Internetcafé weitergegeben haben. Er gilt ebenfalls nicht als Verdächtiger.

Ende November 2019 waren Einbrecher durch ein Fenster in das Grüne Gewölbe im Residenzschloss der sächsischen Hauptstadt eingedrungen. Binnen Minuten stahlen sie aus einer Ausstellungsvitrine historischen Juwelenschmuck von großem Wert. Anschließend flohen sie mit einem Auto, das sie später in Brand setzten.