Die Fahrbahn unter dem S-Bahnhof Attilastraße wurde von den Wassermassen überflutet, die Straße daraufhin gesperrt.  Foto: Morris Pudwell

Achtung! In Tempelhof wird es vermutlich bis zum Oktober zu lästigen Umleitungen zwischen Ringstraße und Steglitzer Damm kommen. Der Grund dafür ist eine Baustelle der Berliner Wasserbetriebe. Am Montagmorgen um kurz vor 3 Uhr war eine 40 Zentimeter dicke Leitung gebrochen. Durch den enormen Wasserdruck wurden Teile der Fahrbahn um zehn Zentimeter angehoben. Nach nur wenigen Minuten stand eine Fläche von über 500 Quadratmetern unter Wasser. Alarmierte Feuerwehrleute schafften es nicht, die sprudelnden Wassermassen zu stoppen. Erst nach einigen Stunden war das Problem unter Kontrolle.

„Wir schätzen, dass etwa 250 Quadratmeter unter der Straße unterspült wurden. Dieses Ausmaß ist enorm und wird einige Zeit in Anspruch nehmen“, erklärt Astrid Hackenesch-Rump, eine Sprecherin der Wasserbetriebe. Wasser und Schlamm waren bis zum Vormittag größtenteils abgepumpt. Die Unterführung wurde aus Sicherheitsgründen gesperrt. Die ersten Bauarbeiten haben bereits begonnen. 

Die Bauarbeiten haben am Montag begonnen. Sie könnten sich bis zum Oktober hinziehen.

Foto: Eric Richard

Allerdings hätte ein derartiges Chaos an dem wichtigen Verkehrsknotenpunkt verhindert werden können. Denn nur wenige Meter von dem jetzigen Rohrbruch entfernt hatten die Wasserbetriebe vor drei Jahren defekte Leitungen ausgetauscht. Damals durften die Wasserbetriebe jedoch nur 80 Meter neue Rohre verlegen. Das sei Flickschusterei gewesen, meint Stephan Natz, ebenfalls Sprecher der Wasserbetriebe. „Sinnvoll wäre es gewesen, wenn wir die Rohre hätten austauschen dürfen, die wir wollten“, so Natz. Dann wäre der Bereich unter der S-Bahn-Brücke bereits erneuert gewesen. 

Nun muss die Fahrbahn erneut aufgerissen werden. Dabei hatten die Wasserbetriebe eine Erneuerung des Bereiches erst im November geplant. „Das müssen wir dann jetzt eben vorziehen. Wir hoffen, das wir dafür die Genehmigung bekommen, sonst kommt es im November erneut zu  Sperrungen. Das wollen wir aber möglichst vermeiden“, erklärt Hackenesch-Rump. Ein solches Bauvorhaben muss jedoch immer in Absprache mit den Verkehrsbehörden, der S-Bahn und dem Grünflächenamt genehmigt werden. 

Bis Montagnachmittag war nicht ganz klar, ob das November-Projekt jetzt vorgezogen wird. Die Vorzeichen dafür stehen gut, sagen Bauarbeiter. Die Sprecherin zum KURIER: „Wir verlieren da jetzt keine Zeit. Die Anwohner und Autofahrer würden völlig zu Recht kein Verständnis dafür aufbringen, wenn nach wochenlangen Bauarbeiten die Fahrbahndecke im November erneut aufgerissen werden muss.“ Zumal an der Stelle in diesem Sommer bereits an einigen Gasleitungen rumgedoktert wurde.