Der Tatort ist mit Flatterband abgesperrt. Spezialeinsatzkräfte sind am Tatort.  Foto: Morris Pudwell

Zugriff in Kreuzberg: Die Polizei hat noch am Abend des missglückten Banküberfalls in den Gropius Passagen in Neukölln auch den zweiten Tatverdächtigen geschnappt. Es handelt sich laut Polizei um den 20-jährigen Bruder des mutmaßlichen Räubers, der von einem Geldboten niedergeschossen wurde. Kurz vor 18 Uhr griffen Spezialeinsatzkräfte in der Graefestraße zu.  

Gegen ihn erging Haftbefehl. Dem dringend Tatverdächtigen werden gemeinschaftlich begangener schwerer Raub und versuchter Mord vorgeworfen, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Donnerstagabend sagte. Der mutmaßliche Täter sitze nun in Untersuchungshaft. Auch gegen den jüngeren Bruder als zweiten Verdächtigen wurde mit denselben Vorwürfen Haftbefehl erlassen. Er liegt in einer Klinik.  

Zwei Schüsse auf den Geldboten abgefeuert

Ob weitere Täter an dem Überfall beteiligt gewesen sein könnten, ist noch unklar. Am Mittwoch um 10.30 Uhr war im Vorraum der Filiale der Deutschen Bank ein Geldbote mit Pfefferspray angegriffen worden, während sein Kollege in dem gepanzerten Transporter wartete. Der Geldbote zog nach Angaben der Polizei seine Dienstwaffe und schoss auf einen der Räuber. Auch auf den Boten soll zweimal geschossen worden sein.

Der Verdächtige (18) wurde von einem Projektil getroffen und schwer verletzt. Alarmierte Einsatzkräfte nahmen den vor der Bank liegenden Mann fest und ließen ihn ins Krankenhaus bringen. Sein Komplize konnte zunächst flüchten, am Abend meldete die Polizei allerdings eine Festnahme. 

Ohne Beute geflüchtet

Beute wurde aufgrund der Gegenwehr des Geldboten nicht gemacht. Der Angestellte wurde laut Polizei durch die Reizgasattacke leicht verletzt.  Kriminalpolizisten befragten Zeugen, um den Tathergang zu rekonstruieren. Schwer bewaffnete Beamte durchsuchten vergeblich das Gebäude.