Einsatzkräfte der Potsdamer Polizei am Dienstag in der Nähe des Tatortes, an dem eine junge Frau vergewaltigt wurde.
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Der am Dienstagabend gefasste mutmaßlicher Serienvergewaltiger soll in Berlin und Brandenburg für mindestens acht Taten seit dem 12. Juni verantwortlich sein. Dem 29-Jährigen würden teils vollendete und teils versuchte Vergewaltigungen zur Last gelegt, teilte Oberstaatsanwalt Georg Bauer am Mittwoch mit. Eines der Opfer ist laut Ermittlungsbehörde minderjährig. Bei drei besonders schweren Vergewaltigungen soll der Mann die Frauen auch mit gefährlichen Werkzeugen eingeschüchtert haben.

Der 29-Jährige war am Dienstagabend von Brandenburger Polizisten festgenommen worden. Er soll laut Angaben in Berlin in Untersuchungshaft kommen.

Nora Schürmann vom Landeskriminalamt sagte, der Täter habe die Opfer zunächst ganz freundlich angesprochen, immer zu belebter Zeit. Danach habe er sie mit Gewalt gepackt und gewürgt. Die Opfer seien vom Weg und in entlegenere Gebiete gezerrt worden. Nach der Vergewaltigung habe er eine andere Seite gezeigt und sich um sie kümmern wollen. Er habe versucht, sich mit ihnen für den nächsten Tag zu verabreden. Bei den Taten hätten DNA-Spuren gesichert werden können.

Die Berliner Staatsanwaltschaft geht von einer Anklage und späteren Verurteilung aus. Die Beweislage sei gut, so Staatsanwältin Katrin Frauenkron. Für die drei besonders schweren Fälle drohe bei einer Verurteilung eine Höchststrafe von fünf Jahren pro Tat.

Von dem mutmaßlichen Vergewaltiger hatten die Ermittler bereits Fingerabdrücke von einem früheren Laubeneinbruch. So konnte er identifiziert werden, bevor er gestellt wurde. Vor den Sexualstraftaten soll der Verdächtige zwei kriminelle Taten in Berlin begangen haben, Ende Dezember vergangenen Jahres und im März 2020.

Zuletzt soll der Mann am Dienstag in einem Wald bei Potsdam eine junge Frau vergewaltigt haben. Eine Passantin hatte die Frau in einem Waldstück zwischen Babelsberg und Dreilinden entdeckt. Polizisten aus ganz Brandenburg sowie der Bundespolizei und der Berliner Polizei waren daraufhin zu einer großangelegten Suche ausgerückt. Auch ein Polizeihubschrauber, eine Drohne sowie mehrere Polizeifährtenhunde und Polizeipferde der Bundespolizei kamen zum Einsatz.

Die wenige Minuten nach der Erstmeldung eintreffenden Beamten stellten laut Polizei in der Nähe des Tatortes einen Mann auf einem Fahrrad fest, auf den die Täterbeschreibung passte. Als er die Polizisten sah, floh er den Angaben zufolge in den Wald und ließ dabei ein blaues Rad zurück. Auch sein entsperrtes Handy, das Ermittler seiner Person zuordnen konnten, wurde sichergestellt. Die Polizisten verfolgten ihn. Dabei wurden auch mehrere Warnschüsse abgefeuert. Der Tatverdächtige flüchtete jedoch zunächst weiter.

Die Polizei hatte hinter mehreren Vergewaltigungen seit Mitte Juni denselben Mann vermutet. Allein zu fünf Taten soll es im Grunewald oder dessen näherer Umgebung im Berliner Südwesten gekommen sein. Vergangene Woche waren Ermittler mit Aufnahmen des Gesuchten von einem Bahnsteig in Bernau an die Öffentlichkeit gegangen, rund 300 Hinweise aus der Bevölkerung gingen dazu ein.