Das Kriminalgericht in Berlin-Moabit.  Foto: imago images

Polizisten erwischten ihn als mutmaßlichen Sex-Täter auf frischer Tat, doch nur Stunden später war Marian-Gabriel S. (20) wieder frei. Er soll weitere Frauen überfallen haben. In zwei Anklagen werden S. Angriffe auf vier Frauen zur Last gelegt. Die Opfer 33 bis 64 Jahre alt, alle wurden in Spandau attackiert. Drei von ihnen als Passantinnen, eine in ihrer Erdgeschoss-Wohnung.

Am 4. Januar gegen 23.38 Uhr war Beate L. (34, Namen der Opfer geändert) auf dem Heimweg, als sie von einem Mann angesprochen wurde: „Willst du Sex?“ Als sie ablehnte, habe er sie gewürgt, auf einen Grünstreifen gedrückt, vergewaltigt – „bis er durch das Eingreifen der Polizei, die von einer Zeugin verständigt worden war, an der weiteren Tatausführung gehindert wurde“, so die Anklage.

Festnahme, Entlassung aus dem Polizeigewahrsam aber am selben Tag. Warum kam er nicht in U-Haft? Am 19. Januar soll S. wieder eine Passantin (43) verfolgt haben. Anklage: „Er packte sie von hinten, zerrte sie in ein Gebüsch.“ Zwei Passanten aber kamen ihr zu Hilfe. Der Angreifer flüchtet. Direkt danach soll er über einen Balkon in die Wohnung von Ines O. (64) eingestiegen sein. Er habe der sich heftig wehrenden Zeugin in Gesicht und Nase gebissen, sie gewürgt und vergewaltigt.

Auch nach dem Angriff auf Ines O. wurde S. – ein Rumäne, der in Berlin ohne festen Wohnsitz gewesen sei - festgenommen. Erneut kam er nur kurz danach wieder frei. Erst drei Tage später erging endlich Haftbefehl. Eine Woche danach klickten für den mutmaßlichen Serien-Vergewaltiger von Spandau die Handschellen. Seitdem sitzt er in U-Haft.

In einer zweiten Anklage wird ihm ein Sex-Angriff auf eine Passantin (33) im Juli 2018 vorgeworfen. Weil sie sich heftig wehrte, sei er geflohen. Ob S. aussagen wird, ist noch offen.