Der BMW landete in diesem U-Bahn-Eingang. Foto: Pudwell

Ein BMW bretterte mit bis zu 160 km/h durch Wedding und am Ende in einen U-Bahneingang: Für die Wahnsinns-Raserei ist Okan K. (35) verantwortlich.

Einer, der bei Polizei und Justiz bekannt ist - mehrfach verurteilt seit 2003. Autodiebstähle, Einbrüche. Zuletzt kassierte er 2015 fünf Jahre und zwei Monate. Doch im Sommer 2017 floh er aus dem Maßregelvollzug, tauchte unter. Drei Monate später war er erneut kriminell unterwegs.

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Vor Gericht gestand Okan K. am Dienstag.

Für mehr als 30 Straftaten steht K. nun vor Gericht. Es geht um Klau-Touren und Einbrüche in Kfz-Werkstätten, Lagerhallen, Büros. Oft mit Komplizen. Auf der Suche nach Geld und auch Autoschlüsseln. Um mit den dazu passenden Wagen abzuhauen. Für erbeutete Fahrzeuge wurden auf dem Rückweg Kennzeichen von geparkten Autos abmontiert. Dann ging es zum nächsten Bruch oder rasant durch die Stadt.

Am 15. Februar 2018 gegen drei Uhr nachts schließlich die hochgefährliche Raserei. K. steuerte einen BMW, den zuvor bislang Unbekannte geklaut hatten. Einen Führerschein hat K. nicht. Er bretterte auf die Kreuzung Müllerstraße/Fennstraße zu. Raser K. gestand vor Gericht: „Die Ampel stand auf Rot.“

Mit 150 bis 160 km/h soll K. in die Kreuzung gebrettert sein. Der Ankläger überzeugt: „Es kam ihm darauf an, eine höchstmögliche Geschwindigkeit zu erreichen und beizubehalten.“ Bewusst habe K. die sich aus diesem Tempo und der krassen Regelmissachtung ergebenden Gefahren billigend in Kauf genommen. Damit geht es im Prozess auch um den Straftatbestand „Verbotene Kraftfahrzeugrennen“.

Zu spät sah er einen Volvo, der bei grün fuhr. K.: „Ich machte eine Ausweichbewegung, verlor dabei die Kontrolle über das Auto.“ Er touchierte das andere Auto, schleuderte über die Straße und in den Eingang des U-Bahnhofs Reinickendorfer Straße, der sich auf dem Mittelstreifen befindet. Er rammte noch ein Fußgängerschutzgitter, dann steckte der BMW fest.

Okan K. – am Auge verletzt - entkam zu Fuß. Gefasst wurde er einen Monat später. Die Beweise für den Raser-Crash erdrückend: Blutspuren im Unfall-BMW wurden gefunden.

Auch die meisten Einbrüche gestand K. nun: „Die Vorwürfe sind weitgehend zutreffend.“ Bei einigen Taten sei er aber nicht mit von der Partie gewesen. Seine kriminellen Touren schiebt er auf Drogen: „Um meine Sucht zu finanzieren“. Nicht in den Knast wolle er, sondern im Maßregelvollzug bleiben, seine Therapie fortsetzten. Der Prozess geht Donnerstag weiter. KE.