Timur C. (24) soll seine Mutter getötet haben. Wagner

Der Student wirkte teilnahmslos, als ihm Polizisten Tüten über seine Hände zogen: Timur C. (24) hat seine eigene Mutter erstochen. Der junge Mann – große Brille, glattrasiert, dunkler Pulli – nun vor Gericht. Sein Verteidiger verlas für ihn eine Erklärung. „Ich gebe mir selbst und meinem Drogenkonsum die Schuld“, heißt es darin. Und: „Ich habe meine Mutter geliebt.“

Der Angeklagte will sich an die Tat nicht erinnern können

Was löste die Gewalt am Morgen des 3. März in der gemeinsamen Wohnung in der Alboinstraße (Tempelhof) aus? Timur C. kann sich angeblich an nichts erinnern. Doch er weiß, dass nur er als Täter in Frage kommt: „Ich gehe davon aus, dass die Vorwürfe zutreffend sind.“

Fest steht: Die Mutter wurde niedergemetzelt. Ein Küchenmesser rammte der Angreifer mehrmals in ihren Rücken, stach zudem in Hals- und Kopfbereich. Die Lunge verletzt, die linke Halsschlagader getroffen. Sie verblutete.“

Der Student – damals wohl bei Wirtschaft eingeschrieben – soll seine Schwester angerufen, ihr das Schreckliche mitgeteilt haben: „Ich habe Mutter umgebracht.“ Die Polizei traf gegen 12.30 Uhr ein. Ein Beamter: „Er hatte ein seltsames Grinsen, sein Blick war leer.“

Der Angeklagte ließ sich wortlos festnehmen

Wortlos ließ er sich festnehmen. Freiwillige Urin- und Blutentnahme lehnte er dann ab. „Ich habe Grundrechte“, soll er sich aufgeplustert haben. Ein Polizist: „Er wollte diskutieren - leicht aufbrausend, aber nicht aggressiv.“

Student C., der nebenbei als Briefsortierer gearbeitet haben soll, wohnte noch in seinem Kinderzimmer. Mit der Corona-Pandemie habe sich sein Leben verändert – „mein Cannabis-Konsum stieg“, so der Sohn.

Vor der Tat soll er tagelang berauscht gewesen sein

Hinter einem Drogen-Schleier seien bereits die Tage vor dem Familiendrama verschwunden. Seine letzte Erinnerung sei ein zufälliges Treffen mit Bekannten bei einem Spaziergang: „Wir konsumierten Cannabis.“

Timur C.: „Nach der Festnahme hatte ich viele Albträume.“ Er könne sich die Tat nicht erklären. Er wolle ein Studium abschließen: „Ich will meine Mutter stolz machen.“

Mehr Blaulicht-News finden Sie in unserem Berlin-Polizei-Ticker >>

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass C. wegen einer akuten psychotischen Störung bei der Tat nur vermindert schuldfähig war. Der Prozess um Totschlag geht Freitag weiter.