Mit Bomberjacke, das Gesicht verdeckt: So erschien Marvin H. (28) vor Gericht. Pressefoto Wagner

Der Muskel-Mann schummelte nicht nur bei seinen Muckis: Marvin H. (28) fälschte Impfausweise und verhökerte die heiße Ware. Der Schlosser nun vor dem Richter. Es geht um Urkundenfälschung wegen unechter Impfpässe sowie um Handel mit Dopingmitteln, Drogen und um Falschgeld mit einem fiktiven Wert von 25.540 Euro.

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Als Fälscher machte sich H. im April 2021 ans miese Werk – „habe mir 100 Blanko-Impfausweise über das Internet besorgt.“ Für die 200 Impf-Aufkleber „Covid 19 Vaccine Astra Zeneca“ hatte er einen Komplizen, der im Gesundheitsamt Potsdam geholfen haben soll: Es handelt sich um einen Bundeswehrsoldaten.

Von 100 Fälschungen verkaufte Marvin H.  44 an Impf-Unwillige

Marvin H.: „Zu dem Mann möchte ich mich nicht äußern.“ Es läuft ein gesondertes Verfahren gegen den damaligen Helfer in Uniform. Der Richter: „Und die Arzt-Unterschrift?“ Marvin H.: „Ich habe mir einen Stempel besorgt und dann die Unterschrift meiner damaligen Hausärztin nachgemacht, sie wusste nichts davon.“

Von 100 Fälschungen verkaufte er an 44 Impf-Unwillige, die dann gegenüber Behörden, in Kinos oder Restaurants schummelten, andere gefährdeten. 80 Euro pro Stück kassierte der Fälscher. Der Staatsanwalt geht davon es: Durch die Taten drohte „eine gravierende Störung des allgemeinen Vertrauens in die Beweiskraft von derartigen Impfausweisen einzutreten“.

Mit dem verdienten Geld finanzierte er seine Drogen

Marvin H. kleinlaut: „Es ging mir nur darum, Geld zu verdienen.“ Weil er Drogen konsumiert habe, die er finanzieren wollte. Und weil er durch die Corona-Pandemie in Kurzarbeit geraten sei – „da fehlten dann 600 bis 700 Euro“.

Wie er zum Dopingmittel-Dealer wurde? Weil er Kraftsport betrieb, habe er erst Substanzen für sich geordert. Der Anwalt: „Dann hat er das, was er nicht verbrauchte, verkauft.“ Und das Falschgeld sei nur ein Spaß gewesen – „als Spielgeld beim Pokern“. Der Prozess geht am Freitag weiter.