Die Qualen sollen sich in einem Wohnheim in Berlin-Hohenschönhausen abgespielt haben.
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Über Stunden hinweg soll ein Ehepaar einen jungen Mann in einem Wohnheim in Berlin-Hohenschönhausen gequält haben. Mehr als ein Jahr nach der mutmaßlichen Tat hat am Landgericht der Hauptstadt ein Prozess gegen den 38-Jährigen und die 35 Jahre alte Frau begonnen. Sie sollen laut Anklage einen 26-Jährigen in einem Zimmer eingesperrt, ihn gefesselt, geknebelt, geschlagen, mit einem Messer verletzt und sexuell misshandelt haben. Er habe schwere Verletzungen davongetragen - physischer und psychischer Natur. Die Angeklagten haben zu Prozessbeginn am Dienstag geschwiegen. 

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Die Eheleute, die wie das Opfer aus Afghanistan stammen, sollen den Mann im November 2019 in ein Zimmer des Wohnheimes gelockt haben. Sie hätten dabei mit zwei Mittätern agiert, so die Anklage. Die Eheleute hätten «von Anfang an geplant, den Mann körperlich anzugreifen und sexuelle Handlungen an ihm vorzunehmen». Der 38-Jährige habe den 26-Jährigen an den Beinen derart heftig zu Boden gezogen, dass er mit dem Kopf aufschlug und kurz benommen war. 

Rund sechs Stunden lang soll das Paar den jungen Mann misshandelt haben – weil er angeblich mit der angeklagten Frau ein sexuelles Verhältnis begonnen hatte, hieß es am Rande der Verhandlung. Gesondert verfolgte Mittäter hätten gegen den Kopf und den Körper des gefesselten Mannes getreten.

Der 26-Jährige hatte laut Ermittlungen erhebliche Schmerzen, eine Fraktur des Jochbodens, Biss- und Kratzwunden, diverse Hämatome und Schürfwunden erlitten. Er leide seitdem unter Angstzuständen. Die Anklage lautet auf besonders schwere sexuelle Nötigung, gefährliche Körperverletzung und Freiheitsberaubung. Der Prozess wird am 10. Dezember fortgesetzt.