Das schwer verletzte Opfer wird in den Rettungswagen gebracht. Morris Pudwell

Ein Mann (40) hat am Samstagabend in Friedrichshain seine ehemalige Lebensgefährtin (25) mit einem Messer angegriffen und dabei lebensgefährlich verletzt. Und das genau vor einem Yoga-Studio, das sich auf seiner Website  als friedlicher, ruhiger Ort beschreibt. Das Opfer ist dort als freie Mitarbeiterin tätig. 

Zuvor hatte es kurz nach 20.30 Uhr vor dem eingerüsteten Haus Thaerstraße 40 einen heftigen Streit gegeben, berichtete ein Augenzeuge dem Berliner KURIER.

Polizeibeamte am Tatort, umgeben von Abfall der Notarzt-Behandlung. Morris Pudwell

Erst habe er den lautstarken Streit gehört, dann habe die Frau  schrecklich geschrien. Aufgeschreckt sei er auf seinen Balkon gegangen, berichtete der Zeuge, und konnte gegenüber sehen, wie der Täter auf dem Gehweg  vor der Tür zum Yogastudio auf die Frau einschlug oder einstach. Eine Reihe von Menschen hätten von Fenstern und Balkonen laut gerufen, er Täter ließ aber nicht von seinem Opfer ab: „Der wollte die Frau umbringen.“

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Als der Zeuge, der sich mit einem schweren Fahrradschloss bewaffnet hatte, zum Tatort kam, war der Messerstecher bereits in das Yoga-Studio geflüchtet, in dem das Opfer seit 2019 als freiberufliche Lehrerin gearbeitet hatte und kurz vor der Tat einen Kurs gegeben hatte, wie die Eigentümerin dem KURIER sagte.

Der verletzte Täter wurde schwer verletzt im Yoga-Studio gefunden. Morris Pudwell

Mehrere Menschen, darunter ein Ärztin, hätten sich bis zum schnellen Eintreffen von Polizei und Rettungskräften um die junge Frau gekümmert, die anscheinend am Hals, mit einem langen Cut im Gesicht und an der linken Körperhälfte verletzt war. Der Zeuge: „Sie war aber immer ansprechbar.“

Sie wurde im Krankenhaus notoperiert, bis Sonntag Nachmittag hatte die Polizei noch keine Rückmeldung aus dem Krankenhaus, ob sie außer Lebensgefahr sei.

Der Zeuge nahm ein langes Messer wahr, das neben der Frau gelegen hatte: „Das war ein Messer, wie man es nicht in der Küchenschublade hat, mit teilweise gezackter Klinge.“ Ein weiterer Zeuge berichtete, es seien sogar drei Messer gewesen.

Beamte des SEK eilen zum Einsatzort an der Thaerstraße. Morris Pudwell

Das Spezialeinsatzkommando der Polizei wurde hinzugezogen, um den Täter zu überwältigen. Die Eigentümerin des Studios, die ebenfalls alarmiert worden war, wurde von der Polizei um die Schlüssel gebeten, offenbar hatte er sich eingeschlossen. Auch der Mann liegt jetzt stationär im Krankenhaus, er soll versucht haben, sich in der Yoga-Schule umzubringen.

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Bis tief in die Nacht war die Thaerstraße gesperrt, gingen die Spurensicherer ihrer Arbeit nach. Der riesige Blutfleck wurde abgestreut, das Yoga-Studio, in dem ebenfalls medizinisches Material auf der Erde lag, wurde polizeilich versiegelt. Die 8. Mordkommission versucht jetzt, den Hintergrund der Tat aufzuklären.