Angeklagter Rami D. vor Gericht.
Foto: Prozessfoto Wagner

Ein kurzer Halt, plötzlich wird die Autotür aufgerissen, ein Gangster springt auf den Beifahrersitz. Ein Albtraum. Bodo M. (36): „Er bedrohte mich mit einer Machete, forderte Geld.“

Mit Rami D. (37) steht der mutmaßliche Räuber nun vor Gericht. Ein drahtiger Typ, seit Jahren ohne festen Wohnsitz, hielt sich oft am Kottbusser Tor auf. Er soll Bodo M. (Name geändert) am frühen Morgen des 1. März überfallen und 60 Euro geraubt haben. Dagegen die Version von D.: „Das Einsteigen ins Auto war einvernehmlich.“

Bodo M., ein Busfahrer, im Gerichtssaal ohne Zweifel: „Es war der Angeklagte.“ Rami D., den er bis dahin nie gesehen hatte, habe die Beifahrertür aufgerissen. Bodo M.: „Ich hatte nur kurz an der Adalbertstraße gehalten, um einem Freund eine Handy-Nachricht zu schicken.“

Der Busfahrer aus Kreuzberg war nur noch wenige Minuten mit dem Auto entfernt von seiner Wohnung. Bodo M.: „Als der Mann auf dem Beifahrersitz saß, hielt ich das zuerst für einen Scherz. Doch dann sah ich die Machete.“ Rami D. habe gedroht: „Fahr los oder ich töte dich.“

Mutmaßlicher Räuber will Busfahrer für Drogen- oder Sexkunden gehalten haben

Rami D. habe ihn in den Segitzdamm dirigiert. Bodo M.: „Dann sollte ich in eine Parklücke fahren. Er verlangte 100 Euro.“ M. im Gerichtssaal den Tränen nahe: „Mit der Machete machte er ruckartige Bewegungen in meine Richtung.“

Der Richter musste die Verhandlung kurz unterbrechen, weil der Busfahrer eine Pause brauchte. Was damals im Auto geschah, hat seine Seele tief getroffen.

„Als ein anderes Auto einparkte, war der Täter abgelenkt, und ich sprang aus dem Auto“, so der Busfahrer. Er rief um Hilfe. Bodo M.: „Da nahm er meine Umhängetasche und verschwand.“ Ein BMW-Fahrer sei hinterher.

Rami D. entkam zunächst. Zwei Tage später aber klickten für ihn die Handschellen: Bodo M. hatte ihn entdeckt und als Täter wiedererkannt, als er langsam im Auto durch die Straßen fuhr.

Der mutmaßliche Räuber gab sich bereits bei der Polizei ohne Verständnis für die Vorwürfe. Auf „erkennbare Aufforderung“ will er in das Auto gestiegen sein. M. habe er für einen Kunden gehalten, dem es um den Kauf von Drogen oder um „sexuelle Gefälligkeiten“ gegangen sei.

Fassungslos hörte Bodo M. diese Version: „Das trifft überhaupt nicht zu!“ Fortsetzung: Donnerstag.