Vermummte haben die Motorräder einiger Polizisten umgestoßen und die Fassade mit Farbbomben beworfen.  Foto: Morris Pudwell

Sie warfen Farbbomben und beschädigten ihre Motorräder - doch zuvor schlossen sie die Polizisten ein! Wenige Tage vor der Räumung des linksextremistischen Hausprojekts „Liebig 34“ haben Vermummte einen Anschlag auf die Polizei begangen.

Wie die Polizei mitteilte, hat in der Nacht zu Mittwoch eine Personengruppe Türen und die Fassade des Polizeigebäudes in der Sewanstraße in Lichtenberg sowie mehrere Fahrzeuge beschädigt. Nach Angaben von Zeugen sollen die Vermummten um kurz nach 3 Uhr aus einem nahe gelegenen Hochhaus gekommen sein. Die Angreifer sollen zunächst mit Bügelschlössern die Tore des Gebäudes verschlossen haben, umso die Polizisten an einer Verfolgung zu hindern. Dann warfen sie Farbbomben und andere Gegenstände auf das Haus. Außerdem stießen sie die privaten Motorräder einiger Beamten und zerstachen die Reifen eines Fahrzeugs des Zentralen Objektschutzes. Außerdem beschädigten sie mit einem Kuhfuß die Scheiben des Polizeiwagens.

Da die Polizei von einem linksextremistischen Anschlag ausgeht, hat der Staatsschutz der Berliner Polizei die Ermittlungen übernommen. Bei dem beschädigten Gebäude handelt es um eine Liegenschaft der Bereitschaftspolizei, die auch auf Demonstrationen eingesetzt wird.

„Dieser abscheuliche Angriff in der Nacht zeugt von einer enormen Gewaltbereitschaft. Diese mutwilligen Zerstörungen sind mit nichts zu legitimieren und wir erwarten, dass das auch alle Politiker dieser Stadt so einschätzen. Ob es einen kausalen Zusammenhang zur Räumung der Liebig34 gibt, wird der Staatsschutz ermitteln. Aber Fakt ist, die Szene hat zu gewalttätigen Aktionen aufgerufen und lässt keine Zweifel an der Bereitschaft zu schwersten Straftaten. Diese Extremisten vergessen dabei auch immer wieder, dass Polizisten Menschen sind“, erklärte Benjamin Jendro, Pressesprecher der Gewerkschaft der Polizei in Berlin.