Ein Ermittler der Kriminalpolizei am Tatort am Ritterlandweg. Foto: Morris Pudwell

Sie traten und schlugen ihr Opfer, verprügelten es mit schweren Holzlatten und stachen den Mann am Ende schließlich mit einem Messer nieder. Nach der Gewaltorgie ließen sie den lebensgefährlich Verletzten an einem Spielplatz liegen und überließen ihn seinem Schicksal. Nur durch Zufall überlebte der Mann. Jetzt jagt die Polizei die Täter.

„Nach bisherigen Ermittlungen soll es gegen 20.25 Uhr im Ritterlandweg in Reinickendorf aus noch nicht geklärten Gründen zu verbalen Streitigkeiten zwischen einem 41-Jährigen und vier bislang noch unbekannten Männern gekommen sein“, so eine Polizeisprecherin. Nachdem sie ihn lebensgefährlich verletzt hatten, flüchteten die Männer unerkannt. Zeugen fanden den Mann und alarmierten Polizei und Feuerwehr. Die Sprecherin weiter: „Der Verletzte wurde von Rettungskräften in ein Krankenhaus gebracht, wo er notoperiert werden musste.“

Sein Zustand sei inzwischen aber stabil, hieß es bei der Polizei am Donnerstagnachmittag. Noch in der Nacht rückten die Ermittler mit einem Großaufgebot im Ritterlandweg an. Uniformierte Einsatzkräfte sperrten den Fundort des Opfers weiträumig ab, im Inneren der Sperrung machten sich die Spezialisten der Kriminalpolizei sowie des Kriminaltechnischen Instituts an die Arbeit.

Am direkten Auffindeort des Mannes bauten die Kriminaltechniker ein weißes Zelt auf, um ein Verwischen möglicher Spuren durch Regen zu verhindern. Zudem deckten sie ein in der Nähe befindliches Fahrrad mit braunen Papiertüten ab und untersuchten ein Fensterbrett akribisch auf Spuren. Zugleich leisteten die Einsatzkräfte der Feuerwehr Amtshilfe. Sie fuhren die Drehleiter eines Einsatzfahrzeugs aus und leuchteten mit dem daran befestigten Scheinwerfer einen angrenzenden Spielplatz aus.

Dieser wurde dann von Kriminalpolizisten und Spurensicherungsexperten in weißen Anzügen untersucht. Zu Ergebnissen sagte die Polizei am Donnerstag zunächst nichts. Zunächst müssten die Spuren ausgewertet und das Opfer befragt werden. Ob es sich um eine Auseinandersetzung im Clan-Milieu handelt, wisse man nicht, hieß es. Nachdem zunächst von einem versuchten Tötungsdelikt ausgegangen wurde, wird nun wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.