Dieser schwarze BMW ist ein Leihwagen. Er krachte während eines Autorennens auf dem Kudamm in ein unbeteiligtes Auto.  Foto: Morris Pudwell

Die Jagd auf die Raser vom Kudamm führt die Ermittler zu einer Autovermietung. Wie am Dienstag bekannt wurde, ist der geschrottete BMW des flüchtigen Unfallfahrers ein Leihwagen. Bei dem Unfall, der vermutlich bei einem illegalen Autorennen verursacht worden ist, wurde eine Frau lebensgefährlich und ihre Tochter (17) schwer verletzt. Die Mutter schwebt nach Angaben der Polizei noch immer in Lebensgefahr. 

„Wir suchen nach einer, möglicherweise auch mehreren Personen“, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Der Fahrer war in einem Mietwagen unterwegs, was die Fahndung erschwert. Der Polizeisprecher: „Jetzt muss ermittelt werden, ob der Mieter des Wagens auch der Fahrzeugführer war.“ Die Frau und ihre Tochter waren gegen 21.20 Uhr in einem Ford Fiesta auf dem Kudamm in Richtung Brandenburgische Straße unterwegs. An der Kreuzung Lehniner Platz ordnete sich der Kleinwagen zum Linksabbiegen ein. Auf der Kreuzung kollidierte der Ford mit einem entgegenkommenden BMW. Nach dem Unfall waren der Fahrer und weitere Insassen des BMW zu Fuß geflüchtet, ohne sich um die Verletzten zu kümmern.

Zeugen zufolge soll sich der Fahrer des BMW mit zwei anderen Fahrzeugen ein Rennen geliefert haben. Die Polizei hatte daraufhin nach Zeugen gesucht, die möglicherweise etwas Auffälliges beobachtet haben . Nach Angaben der Polizei gingen bis Mittwochvormittag lediglich vier Hinweise ein. Ob darunter brauchbare Personenbeschreibungen dabei sind, teilte die Polizei nicht mit. 

In diesem Ford Fiesta saßen eine Frau (45) und ihre Tochter (17). Die Mutter wurde durch den Unfall lebensgefährlich verletzt.  Foto: Morris Pudwell

Charlottenburgs Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann (SPD) sprach sich für moderne Blitzer auf der Strecke aus. „Ich glaube, wir brauchen diesen Schritt als nächsten Schritt. Denn die Bürgerinnen und Bürger erwarten mit Recht, dass der Staat hier handelt“, sagte er im RBB-Inforadio. Naumann forderte Unterstützung von Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne). Er räumte ein, dass sich das Problem bei einer Einführung von Blitzern verlagern könnte. Es kämen auch Hinweise auf illegale Rennen aus Kreuzberg, Steglitz und anderen Bezirken. Wenn der Kurfürstendamm entsprechend abgesichert sei, würden die Kriminellen ausweichen, so der Bürgermeister von Charlottenburg-Wilmersdorf. Das sei ein bisschen „wie Hase und Igel“. 

Naumann hatte bereits im Juli des vergangenen Jahres davon gesprochen, dass er sich teilweise sogar einen autofreien Kudamm vorstellen kann. Aufgrund des dichten Verkehrs auf Berlins Prachtboulevard sei dies aber schwierig umzusetzen.