Hunderte Einsatzkräfte der Polizei Berlin sind am frühen Morgen zu einer Razzia im kriminellen Clan-Milieu ausgerückt. Foto: Morris Pudwell

Hunderte Einsatzkräfte der Polizei Berlin sind am frühen Donnerstagmorgen zu einer Razzia gegen kriminelle Clans ausgerückt. Hintergründe der Razzia sind nach Angaben der Polizei„ eine Auseinandersetzung zwischen arabisch- und tschetschenischstämmigen Personen im November 2020“ sowie Ermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft Berlin. Hierbei geht es laut Polizei um Waffen- und Drogenhandel. 25 Objekte wurden gestürmt. 

Hunderte Kräfte der Polizei Berlin im Einsatz

Auch Ermittlungen des Finanzamtes im kriminellen Clan-Milieu spielen bei den großangelegten Durchsuchungen eine Rolle. Nach Angaben der Polizei sind seit sechs Uhr mehrere hundert Einsatzkräfte der Polizei Berlin, Spezialeinsatzkräfte, Kräfte der Polizei Brandenburg, des Bundeskriminalamtes, der Bundespolizei und der Steuerfahndung im Einsatz.

Die Razzia findet sowohl in Berlin als auch in Brandenburg statt und läuft zur Stunde noch. Nach Angaben der B.Z. seien mehrere Haftbefehle vollstreckt worden. Offiziell bestätigte Berichte über Festnahmen oder die Vollstreckung von Haftbefehlen gab es zunächst nicht. Wie die B.Z. weiter schreibt, seien die Fahnder in Zusammenhang mit EncroChat-Ermittlungen auf das kriminelle Netzwerk in Berlin gestoßen. Im vergangenen Jahr hatten französische und niederländische Ermittler ein fast ausschließlich von Kriminellen genutztes Kommunikationsnetzwerk zunächst überwacht und dann gesprengt. Es gab mehrere Festnahmen. 

Im aktuellen Fall soll die Bande dem Bericht zufolge regelmäßig Drogen nach Brandenburg gebracht haben. Hier sei das Rauschgift dann in Fässer umgelagert und so nach Berlin transportiert worden sein.

Benjamin Jendro von der Gewerkschaft der Polizei (GdP) sagte am Donnerstag: „„Wir begrüßen die aktuell laufenden Maßnahmen, weil der Rechtsstaat behördenübergreifend zeigen muss, dass er präsent ist und sich Organisierte Kriminalität nicht lohnt“. Und weiter: „Tschetschenische Gruppierungen haben sich in den letzten Jahren zunehmend in den Vordergrund gespielt, weil sie auch ein Stück vom Kuchen haben wollen. So ist eine extreme Konkurrenzsituation um kriminelle Geschäftsfelder entstanden, bei der die Beteiligten auch vor schwersten Gewalttaten und Waffeneinsatz nicht zurückschrecken“.

Die heutigen Maßnahmen würden zudem zeigen, dass „arabische Großfamilien in vielen Bereichen aktiv sind uns so in mehreren OK-Ermittlungskomplexen auftauchen. Unser Dank gilt den Einsatzkräften, deren Identitätsschutz dank des Einsatzleiters gewahrt ist“.