Der angeklagte Wirt steht seit Mittwoch vor Gericht. Es geht um versuchten Totschlag. Prozessfoto Wagner

Der Kneipenwirt griff zum Hammer, als er seinen Vater blutüberströmt auf der Straße liegen sah: Gezim M. (22) drosch Adnan I. (29) nieder, weil er ihn für den Täter hielt. Es endete fast tödlich.

Vier Monate nach der Attacke der Gastwirt vor Gericht – angeklagt des versuchten Totschlags. Er gibt drei Hammer-Hiebe zu, beteuert aber: „Ich hätte weiterschlagen können, habe von mir aus aufgehört.“ Die Nacht zum 9. November. Erst Zoff in der Kneipe von M. in Neukölln. Darin verwickelt I. und ein anderer Gast. Der junge Wirt und sein Vater gingen dazwischen. Gezim M.: „I. und ich waren mal Freunde. Unsere Familien stammen aus demselben Dort in Mazedonien.“

„Ich schlug mit der stumpfen Seite des Hammers zu, er ging zu Boden, ich schlug noch zwei Mal.“

Gegen 2.50 Uhr machte sich Vater M. auf den Heimweg. Auf der Straße aber soll es zu einem Streit mit I. gekommen sein – bis der Vater verletzt zu Boden ging. Sohn M.: „Als ich ihn sah, nahm ich einen Hammer aus der Werkzeugkiste und rannte sofort zu ihm.“ Polizei und Notarzt trafen ein. Gezim M.: „Ich war außer mir, äußerte schlimmste Verwünschungen – wie sie bei uns auf dem Dorf nicht unüblich sind.“ Er habe das nicht ernst gemeint. Als sich die Lage beruhigt hatte, fuhren die Beamten ab. Gezim M.: „Zeugen beschrieben mir den Täter, der Vater zu Boden gebracht hatte.“

Der junge Wirt wollte seine Kneipe abschließen, als er I. entdeckte. Die Beschreibung passte. Gezim M.: „Ich ging hin, schlug mit der stumpfen Seite des Hammers zu, er ging zu Boden, ich schlug noch zwei Mal.“ Laut Anklage gegen den Kopf. I. erlitt lebensgefährliche Verletzungen. M. sitzt seitdem in U-Haft. Und bereut: „Ich bedauere, dass ich zugeschlagen habe.“ Ohne den Angriff auf seinen Vater hätte er so etwas nie gemacht: „Ich liebe ihn über alles.“ Fortsetzung: Mittwoch.