Michael M. (50) muss sich jetzt vor Gericht verantworten.  Foto: BK

Als Jugendwart soll er sieben Jungen missbraucht haben. Gerade sechs Jahre alt sei das jüngste Opfer gewesen. Widerlich: Im Angel-Verein warf Michael M. (50) laut Anklage seine Netze aus.

Fünf Monate nach seiner Verhaftung steht M. vor Gericht.  Um 354 Taten geht es. Von Sommer 2012 bis Oktober 2019
soll er sich immer wieder Kin- der geangelt haben. Von Sex-Übergriffen auf Angel-Booten auf der Havel, im Vereins-Jugendraum, in seinem Wohnwagen geht die Anklage aus.

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Fassungslos war man in dem Verein in Kladow, als Michael M. am 1. November verhaftet wurde. Seit 2014 war er dort
Ehrenamtlicher, davor in anderen Sportklubs. Er brachte Kindern bei, Haken und Posen anzubringen, ging mit ihnen auch nachts auf Fischfang. Er war engagiert und geachtet. Bis sich ein Junge offenbarte. Immer wieder soll sein  Wohnwagen zum Tatort geworden sein. Der stand auf dem Vereinsgelände. Dort übernachtete der Jugendwart mit Wohnung in Tegel häufig.

Im Wohnwagen fanden die Ermittler Sexspielzeuge als mutmaßliche Tatwerkzeuge beim Kindesmissbrauch und über 3800 kinderpornografische Bilddateien.

Der Verteidiger: „Man Mandant wird sich zunächst durch Schweigen verteidigen.“ Später werde es eine Erklärung geben. Fortsetzung: Montag.