Kita-Erzieherin Ulrike A. (49) im Gerichtssaal:  Sie wehrt sich gegen Vorwürfe, sie habe Kinder zum Essen und zum Schlafen gezwungen. Foto:  Pressefoto Wagner

Eine Erzieherin unter schlimmem Verdacht: Hat sie Kleinkinder zum Schlafen und zum Essen gezwungen? Ein Gericht befasst sich nun mit den mutmaßlichen Vorfällen in einer Kita in Prenzlauer Berg.

Die Eltern waren entsetzt, als die Vorwürfe bekannt wurden. Zwangsmethoden in der Kita? Ulrike A. (49) wurde wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen, Nötigung, Freiheitsberaubung angeklagt. Die Erzieherin kopfschüttelnd: „Nie habe ich ein Kind mit Körperkraft auf die Matte gedrückt.“ Nie habe sie ein Kind fixiert. „Man kann ein Kind nicht zum Schlafen zwingen.“

Angeblich Kind auf den Boden geworfen: „Jetzt ist Ruhe!“

Von sieben Fällen im Jahr 2016 geht die Anklage aus. Die Kinder seien wenige Monate bis zwei Jahre alt gewesen. Die Erzieherin habe Schützlinge zum Mittagsschlaf fixiert, „indem sie die Kinder in Bauchlage hinlegte, die Decke über die Augen legte und die Enden links und rechts unter die Matratze drückte“. In anderen Fällen soll Ulrike A. die Matte mit einem nicht schlafenden Kind gepackt, in den Nebenraum getragen und aus Kniehöhe auf den Boden geworfen haben. Mit der Ansage: „Jetzt ist Ruhe!“

Die Ermittler stützen sich vor allem auf Angaben einer damaligen Praktikantin. Sie gab auch zu Protokoll: „Einmal mussten die Kinder ihre beschmierten Brote ohne Teller am Fußboden essen, obwohl der dreckig war.“ Ulrike A. hielt nun dagegen: „War ein Picknick, der Bereich war sauber.“ Nur in einem Fall gab Ulrike A. einen Fehler zu. Einem Kind habe sie ein Stück Mandarine, das aus dem Mund auf den Teller war, zurückgesteckt und mit dem Finger „ein bisschen nachgeschoben“. Die Erzieherin: „Um zu sehen, ob noch in Kern drin ist.“ Laut Zeugin aber soll sie damals erklärt haben: „Ich zwinge Kinder nicht zum Essen, ich bringe ihnen Esskultur bei.“ Fortsetzung: 16. März.