Der Angeklagte vor dem Berliner Landgericht. Foto: Pressefoto Wagner

Ein 55-Jähriger, der einen Jungen zur Entlastung der Eltern in der Corona-Krise betreut hatte, hat im Prozess wegen sexuellen Missbrauchs des Achtjährigen gestanden. Sämtliche Vorwürfe würden zutreffen, erklärte der Angeklagte zu Prozessbeginn am Donnerstag vor dem Berliner Landgericht. Er soll in fünf Fällen sexuelle Handlungen an dem Kind vorgenommen haben. Zudem soll der Mann kinderpornografische Bilder und Videos hergestellt haben. Insgesamt 34 Taten werden dem Angeklagten zur Last gelegt.

Zu den Übergriffen kam es laut Ermittlungen in der Kleingartenlaube des 55-Jährigen im Stadtteil Hohenschönhausen. Der Mann habe die Familie des Jungen bereits seit mehreren Jahren gekannt, „als er ihn im Sommer fast täglich traf“, heißt es in der Anklage. Er sei wie ein Opa für den damals Achtjährigen aufgetreten und habe „zur Entlastung der Kindeseltern in der Corona-Zeit tagsüber von Juni bis Anfang August 2020 die regelmäßige Betreuung, Aufsicht und Erziehung des Kindes übernommen“, so die Anklage.

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Der 55-Jährige erklärte weiter, er habe sich den Eltern von drei Kindern angeboten. „Ich bin hingefahren und habe gefragt, ob ich den Jungen mitnehmen kann“, so der Angeklagte. Der Achtjährige habe ihn an einen Freund aus seiner Kindheit in einem Heim erinnert. Warum es zu Übergriffen auf den Sohn der Bekannten gekommen sei, könne er nicht erklären. Er habe sich „noch nie zuvor sexuell von Kindern angezogen gefühlt“.

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Der Angeklagte befindet sich seit August in Untersuchungshaft. Die Anklage lautet auf Vergewaltigung, sexuellen Missbrauch von Kindern sowie von Schutzbefohlenen, Herstellen von Kinderpornografie sowie Körperverletzung. Der Prozess wird am 9. Februar fortgesetzt.