Martin K. vor Gericht. Er soll sich an Jugendlichen vergriffen haben. Foto: Olaf Wagner

Ein Judo-Meister und Anwalt auf der Anklagebank hinter Panzerglas: Martin K. (42) soll in seinem Sportverein in Tegel sieben junge Judoka, die er trainierte, missbraucht haben. Um 32 Fälle geht es.

Zwei Verteidiger hat der Jurist und Kampfsport-Trainer. Sie kündigten an: „Er wird sich gegen die Anklage verteidigen, also kein Geständnis.“ Ein Prozess, der schon für Aufsehen sorgte. Ein erster Start platzte, weil eine Schöffin eingeschlafen war - „Kopf auf die Brust gesackt, Hände entspannt über den Lehnen“, so ein Verteidiger. Geweckt nach sechs Minuten, dann wegen Besorgnis der Befangenheit abgelehnt. Nun der Neustart mit zwei anderen Schöffen.

Wieder blieb K. regungslos, als er die Vorwürfe hörte. Es geht um Jungen, die ihn als Vaterfigur ansahen. Die Anklägerin: „Er nutzte das Vertrauensverhältnis aus.“ Jungen (10 bis 16) hätten von 2006 bis 2019 den Sex-Missbrauch und damit häufig verbundene körperliche Züchtigungen wie Schläge auf das nackte Gesäß über sich ergehen lassen.

Weigerte sich einer seiner Schützlinge, habe der Trainer gedroht: „Ich werfe dich aus dem Verein!“ Zu Ekel-Taten sei es in der Trainingshalle, auf Turnier-Reisen, auf einer Flughafen-Toilette, in seinem Ferienhaus in Schweden, in seiner Wohnung gekommen. Bis ein Junge zur Polizei ging.

Im November die Festnahme von K., einen Monat später wurde er von U-Haft verschont. Seit Anfang April sitzt er wieder. Fortsetzung: Montag.