Der Angeklagte Mathias A. (34) Pressefoto Wagner

Als der Schnorrer abblitzte, ging er rabiat zur Sache: Drei Angriffe auf Passanten und Autofahrer innerhalb von sieben Minuten sollen auf das Konto von Mathias A. (34) gehen.

Vor dem Richter zeigte er sich nun jammernd: „Der ganze Abend ist aus den Fugen geraten.“ Keinen Job, Unterkunft in Lichtenberg, die nächste Stütze noch nicht eingegangen. A.: „Ich fragte einen Taxifahrer nach einer Zigarette.“

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Er war auf der Schloßstraße in Steglitz unterwegs. A.: „Hatte Alkohol getrunken – nach Wochen mal wieder, außerdem einen Joint geraucht.“ Die Stimmung war mies - wegen leerer Taschen. Mathias A.: „Bin die Straße rauf und runter, habe Blödsinn gemacht.“

Um 18.23 Uhr fragte er laut Anklage eine Passantin nach Geld. Die Frau, die mit ihrer zehnjährigen Tochter unterwegs war, beachtete den Schnorrer nicht weiter. Wütend soll er ihr eine Glasflasche hinterhergeworfen haben.

Mathias A. (34) griff Mutter mit Kind an 

Die Anklage: „Die Flasche schlug unmittelbar hinter dem Kind auf dem Boden auf und zerbrach.“ Knapp sei es gewesen: „Das Kind wurde lediglich von dem flüssigen Inhalt am Bein getroffen.“

Einen gezielten Wurf bestritt A. nun: „Habe die Flasche ein paar Meter entfernt auf den Boden geworfen, mich hinterher bei der Frau entschuldigt.“ Der Wurf sei eine „Überreaktion“ gewesen.

Um 18.25 Uhr traf es einen Taxifahrer. A. fragte: „Haste mal ‘ne Zigarette?“ Als er wieder leer ausging, verpasste er dem Taxifahrer unvermittelt einen Kopfstoß in das Gesicht. Während Passanten dem blutenden Taxifahrer halfen, ging der Wüterich zum nächsten Angriff über.

Und er wollte im Gerichtssaal schnorren: „Hat einer ‘ne Zigarette?“

Gegen 18.30 Uhr betrat er die Straße. Die Ampel stand für Autofahrer auf Rot. Fahrer Ali H. (27): „Er ging einfach auf den Wagen zu und trat dagegen.“ H. wollte ihn zur Rede stellen, stieg aus. Als auch der Beifahrer ausstieg, soll A. zum Schlag ausgeholt, dann noch einmal gegen das Auto getreten haben.

Der Angeklagte gestand die Sache mit dem Taxifahrer und Schläge auf eine Motorhaube. A.: „Tut mir wirklich leid.“ Plötzlich ließ er den Kopf hängen: „Ich muss mal eine rauchen.“ Und er wollte im Gerichtssaal schnorren: „Hat einer ‘ne Zigarette?“ Fortsetzung: 10. August. KE.