Eine Hubschrauber-Besatzung der Polizei sucht mit Wärmebildkameras nach Auffälligkeiten im Forst Grunewald.  Foto: Morris Pudwell

Einsatzfahrzeuge rasen mit Blaulicht auf die Stadtautobahn, während ein Helikopter über den Grunewald fliegt. Die Polizei hat bei der Jagd nach dem gesuchten Sextäter Hilfe von oben bekommen. Aus der Bevölkerung sind bis gestern Nachmittag über 80 Hinweise bei den Ermittlern eingegangen. Eine heiße Spur ist jedoch nicht dabei. 

Er ist noch immer nicht gefasst: Der Serien-Vergewaltiger von Berlin und Brandenburg. In der Abenddämmerung legte er sich auf die Lauer. Mindestens sieben Frauen soll er im Juni sexuell missbraucht haben. Die Polizei in Berlin und Brandenburg arbeitet bei der Fahndung nach dem etwa 30-Jährigen Mann eng zusammen. Als es am Mittwochabend dunkel wurde, schwärmten Dutzende Beamte am Berliner Stadtrand aus. 

Bis spät in die Nacht suchte die Polizei in einem Waldgebiet zwischen dem Sprengplatz Grunewald am Hüttenweg bis zum Berliner Grunewaldturm an der Havelchaussee nach dem brutalen Triebtäter. Zivilfahnder und ein Helikopter mit Wärmebildkamera unterstützten die Einsatzkräfte. Die Beamten hatten sogar die Standspur auf der Avus A115 teilweise gesperrt, um von oben die Eingänge der Fußgängertunnel zum Grunewald beobachten zu können. Zivilpolizisten kontrollierten zudem verdächtig aussehende Männer im Wald. 

Der 1,80 Meter große Vergewaltiger hatte seine ersten Taten seit dem 12. Juni im Gebiet rund um den Forst Grunewald verübt. Er sprach seine Opfer in englischer Sprache an. Fünf der insgesamt sieben Taten beging der vermutlich aus Osteuropa stammende Mann zwischen dem Teufelsberg und Wannsee. Bei der Tat in Wannsee konnte die angegriffene Frau gerade noch rechtzeitig flüchten. Bei der Vergewaltigung am Teufelsberg sucht die Polizei noch immer nach dem Opfer. Ein Zeuge hatte die Tat am 25. Juni gegen 19 Uhr beobachtet. Als alarmierte Einsatzkräfte an dem beschriebenen Waldweg eintrafen, waren Opfer und  Täter verschwunden. 

Zwischenzeitlich schlug der Gesuchte auch in Brandenburg zu. Am 15. Juni gegen 21.30 Uhr vergewaltigte er eine 20-Jährige auf dem Weg vom Bahnhof Friedenstal in Richtung des Wohnparks Schwalbennest. Er hatte der jungen Frau  auf einem unbeleuchteten Gehweg an der Panke aufgelauert. 13 Tage später missbrauchte er eine Joggerin (27) in Kleinmachnow. Die Frau konnte sich nach einem dreistündigem Martyrium losreißen. Schwer verletzt floh sie mit dem Fahrrad des Täters. Aufgrund der übereinstimmenden Zeugenaussagen und der gesicherten DNA-Spuren des Mannes geht die Polizei von einem Serientäter aus.