Einsatzkräfte der Polizei stehen in der Nacht zu Donnerstag in Steglitz, im Hintergrund ist der nicht mehr fahrbereite Transporter des Amokfahrers zu sehen. Foto: Morris Pudwell

Mehrere Menschen wurden in der Nacht zum Donnerstag schwer verletzt, als ein polizeibekannter Mann zu einer Amokfahrt im Südwesten von Berlin ansetzte. Dabei wurden mindestens zehn Fahrzeuge beschädigt. Der Mann hatte zwei Frauen in deren Auto regelrecht gejagt und dabei offenbar absichtlich mehrere Unfälle gebaut.

Gegen 0.30 Uhr wurde der Polizei zunächst ein in Schlangenlinien durch Steglitz fahrender Transporter-Fahrer gemeldet. Der Mann soll nach Informationen des KURIER zwei Frauen in deren Kleinwagen verfolgt haben. Diese hätten versucht, den Mann abzuschütteln, was aber nicht gelungen sei. Während der Verfolgungsjagd rammte der Tatverdächtige dann zunächst einen Golf und einen Opel.

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Nach Angaben von vor Ort soll der Fahrer des Opel nach dem Unfall ausgestiegen sein und versucht haben, den Amokfahrer aus seinem Transporter zu ziehen. Dies gelang ihm aber nicht. Stattdessen wurde der Mann mehrere Meter von dem Transporter mitgeschleift. Anschließend raste der Transporter weiter in Richtung Steglitzer Kreisel und verfolgte die beiden Frauen erneut. Am Busbahnhof am Steglitzer Kreisel rammte er dann einen stehenden Wagen und einen fahrenden BMW.

In der Albrechtstraße konnten die beiden Frauen schließlich einen Einsatzwagen der Polizei durch mehrfaches Hupen auf ihre brenzlige Situation aufmerksam machen. Sekunden später krachte der Transporter dem Kleinwagen der Frauen dann ungebremst ins Heck. Dann floh der Transporter vom Unfallort. Die Polizei nahm die Verfolgung auf.

Der Transporter-Fahrer rammte auch einen Polizeiwagen

Im Dalandweg in Steglitz holten die Polizisten den Transporter schließlich ein. Doch der Fahrer gab Gas, rammte den Einsatzwagen der Polizei im weiteren Verlauf frontal und schob ihn nach Angaben eines Augenzeugen über 20 Meter durch die Straße vor sich her. Dabei wurden sowohl der Streifenwagen als auch drei weitere Fahrzeuge schwer beschädigt, einer der Polizisten zudem verletzt. Der Fahrer des Transporters konnte anschließend erneut flüchten.

Dieses Polizeifahrzeug wurde von dem Amokfahrer gerammt. Foto:  Morris Pudwell

Am Hindenburgdamm rammte er dann einen schweren Mercedes SUV und eine weitere Polizeistreife. Der Transporter schleuderte über den Gehweg und riss hierbei eine Ampel um. Der Fahrer und Beifahrer des SUV wurden zum Teil schwer verletzt und mussten von Notfallsanitätern sowie einem Notarzt in ein Krankenhaus gebracht werden.

Nach dem Crash mit dem SUV blieb dann auch der Transporter schwer beschädigt stehen. Der Fahrer verließ sein Auto und blieb mit leichten Verletzungen auf der Straße liegen. Dann endlich konnte er festgenommen werden. Die genauen Hintergründe der Tat sind nun Teil der polizeilichen Ermittlungen.