Echt oder Betrug? Mails, die angeblich von der EU kommen und Coronahilfe versprechen, sind Phishing-Versuche. Die abgebildete Internetseite ist echt. Foto: imago images/Eibner

Berlin - Die EU-Kommission warnt dringend davor, E-Mails zu öffnen, die Firmen eine Corona-„Überbrückunghilfe II für Unternehmen, Betriebe, Selbständige, Vereine und Einrichtungen“ in Aussicht stellen. Die würden angeblich vom Europäischen Rat und vom Bund gemeinsam angeboten und von Mitarbeitern der Europäischen Kommission in Deutschland durchgereicht. Diese Mails dienen mit einem vorgeblichen Antragsformular nur dazu, „böswillig“ Unternehmensdaten zu erbeuten.

Unter Betroffen sind derzeit vor allem Nutzer von T-Online, da die Empfänger-Infrastruktur hinter T-Online offenbar keine Herkunftsüberprüfung der betrügerischen Emails durchführe. Die Polizei sei informiert, teilte die Kommission mit. 

„Weihnachtsbonus“ ist Schwindel

Mit dem neuen Angriff setzt sich fort, was seit Monaten läuft: Betrüger schicken „Phishing“-Mails vor allem an kleine und mittlere Unternehmen im deutschsprachigen Raum. Sie geben sich als Mitarbeiter der Europäischen Kommission aus und stellen EU-Coronahilfen, einen Corona-„Weihnachtsbonus“ oder „Überbrückungsgeld II“ in Aussicht. Dazu werden die Unternehmen gebeten, ein Formular mit sensiblen Daten auszufüllen und an eine  Adresse zurückzuschicken, die nicht mit @ec.europa.eu endet.

Tausende T-Online-Nutzer erhalten gegenwärtig die betrügerischen Emails, die aussehen, als kämen sie von Mitarbeitern der Kommission. Neuerdings sind die Betrüger auf bestehende Mailadressen umgestiegen - im aktuellen Fall vom Sprecher der Europäischen Kommission in Deutschland, Reinhard Hönighaus.

Die Deutsche Telekom hat am Donnerstag gegenüber der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland Gegenmaßnahmen angekündigt.

 Überbrückungshilfen für Unternehmen in Deutschland in der Corona-Pandemie werden von Bund und Ländern gewährt, nicht direkt von der Europäischen Union. Vertrauenswürdige Informationen darüber findet man laut EU unter der von der Bundesregierung eingerichteten Webadresse ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de .