Der Pädagoge saß auch am 3. Prozesstag regungslos im grünkarierten Hemd auf der Anklagebank. Pressefoto Wagner

Eine Knochensäge im Schlafzimmer, Schlachter-Messer, Blut des Opfers an einer Gefriertruhe: Gruselige Details im Prozess gegen den Lehrer, der als „Kannibale von Pankow“ gilt.

Der Pädagoge saß auch am 3. Prozesstag regungslos im grünkarierten Hemd auf der Anklagebank. Stefan R. (41) soll sich in der Nacht zum 6. September über ein Dating-Portal mit Monteur Stefan T. (43) aus Lichtenberg zum Sex verabredet, ihn in derselben Nacht ermordet und die Leiche zerteilt haben – laut Ermittler wollte er Kannibalismus-Fantasien in die Tat umsetzen.

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Die letzte Nachricht von T. um 2.36 Uhr – „bin total aufgeregt“, schrieb er an „dosenöffner79“. Dahinter soll sich R. verbergen. Wochenlang galt T. als vermisst. Es wurde ermittelt – Handy-Verbindungsdaten, Chats, Hinweise eines Taxifahrers. Dann am 8. November der Fund menschlicher Knochen an einem Wald.

Am 18. November stand die Polizei vor der Tür des Lehrers. Ein Kripobeamter (41): „Äußern wollte er sich nicht.“ Blut- und Leichenspürhunde fanden Spuren im Flur und an der Gefriertruhe, die R. wenige Tage zuvor gekauft hatte.

Im weißen Schrank lag eine Knochensäge

Es wurden Funde gemacht, die einem einen Schauer über den Rücken jagen: Knochensäge auf einem weißen Schrank, Metallsäge und Rebenschere (laut Rechnung kurz nach der Tat gekauft), Dolch auf dem Wohnzimmertisch. Im Keller schlugen die Hunde an einer Sackkarre an. Und zwei scheußliche Anleitungen wurden entdeckt: Eine zur Herstellung von K.o.-Tropfen, die andere zum Entmannen und Schlachten eines Menschen.

Der Lehrer bei der Durchsuchung erst locker. Smalltalk – über Schule, Corona, bei Musik stehe er auf einen Mix aus Techno und Gothic. Doch dann wurden die Zettel mit den Anleitungen als Beweise in einen Karton gelegt. Ein Beamter (28): „Er wollte mich ablenken, zeigte auf einen Drucker, griff die Zettel und wollte sie in der Jacke verschwinden lassen.“ Doch der Polizist ließ sich nicht linken.

Er soll dem Monteur im Chat „Cola mit Zusatz“ angeboten haben.

R. danach angespannt: „Er wischte sich seine schweißnassen Hände an der Hose ab, atmete schwer, rutschte auf dem Stuhl hin und her.“

Er soll dem Monteur im Chat „Cola mit Zusatz“ angeboten haben. Wie Stefan T. starb, ist bislang ungeklärt. Leichenteile wurden an verschiedenen Orten in Pankow entdeckt. Der Penis soll fehlen.

Die Ermittler fanden heraus: R. hatte am 6. September ein weiteres Sex-Date. Um 23 Uhr sei er nach Kreuzberg gefahren und gleich wieder zurück: „Der andere hatte das Date schlichtweg verpennt.“ Fortsetzung: Dienstag.