Die Polizei beschlagnahmte den gemieteten BMW. Er wird jetzt auf Fingerabdrücke und DNA-Spuren untersucht. Foto: Morris Pudwell

Berlin - Die Jagd auf die Raser vom Kudamm führt die Ermittler zu einer Autovermietung. Der geschrottete BMW des flüchtigen Unfallfahrers war laut Polizei nur geliehen. Dieser Umstand erschwert die Fahndung nach dem Täter.

Damit hat die Polizei zwar den Besitzer des hochmotorisierten BMW aufgespürt, aber eben nicht den Fahrer. Um welches Unternehmen es sich bei der Autovermietung handelt, teilt die Polizei auf Anfrage nicht mit. „Jetzt muss ermittelt werden, ob der Mieter des Wagens auch der Fahrzeugführer war“, erklärt ein Polizeisprecher.

Der schwarze Wagen war am Montagabend in ein illegales Autorennen verwickelt. An einer Kreuzung auf dem Kurfürstendamm rammte der Fahrer einen Ford Fiesta. Dabei wurde die Fahrerin (45) lebensgefährlich und ihre Tochter (17) schwer verletzt. Die Mutter schwebt nach Angaben der Polizei noch immer in Lebensgefahr. Nach dem Unfall waren der Fahrer und weitere Insassen des BMW zu Fuß geflüchtet, ohne sich um die Verletzten zu kümmern.

In diesem Ford Fiesta saßen eine Frau (45) und ihre Tochter (17). Die Mutter wurde durch den Unfall lebensgefährlich verletzt.
Foto: Morris Pudwell

Die Polizei beschlagnahmte den BMW. Er wird jetzt auf Fingerabdrücke und DNA-Spuren untersucht. Diese werden dann unter anderem abgeglichen mit den Spuren bereits bekannter Straftäter. Wo die Untersuchung erfolgt, hält die Polizei geheim. Der Grund dafür sind mehrere Einbrüche auf den beiden schlecht gesicherten KfZ-Sicherstellungsarealen in den letzten Jahren. In mehreren Fällen hatten Kriminelle aus den Dienststellen in Biesdorf und Schöneberg Autos gestohlen, die als Spurenträger sichergestellt worden waren. Es kam auch vor, dass Spuren an Autos vernichtet wurden, indem Einbrecher Feuer legten oder Feuerlöscher im Inneren von Fahrzeugen entleerten.

Reinhard Naumann, SPD-Bürgermeister von Charlottenburg-Wilmersdorf, sprach sich unterdessen im RBB-Inforadio für moderne Blitzer auf dem Kudamm aus. „Ich glaube, wir brauchen diesen Schritt als nächsten Schritt. Denn die Bürgerinnen und Bürger erwarten mit Recht, dass der Staat hier handelt“, sagt er. Naumann räumt ein, dass sich das Problem bei einer Einführung von Blitzern verlagern könnte. Tatsächlich kennt die Polizei noch weitere Rennstrecken als nur den Kudamm: Etwa die A100, die Badstraße in Gesundbrunnen oder auch den Tiergartentunnel.

Naumann hatte bereits im Juli des vergangenen Jahres davon gesprochen, dass er sich teilweise sogar einen autofreien Kudamm vorstellen kann. Aufgrund des dichten Verkehrs auf Berlins Prachtboulevard sei dies aber schwierig umzusetzen.