Der Angeklagte gestand vor Gericht die blutige Tat. Foto: Pressefoto Wagner

Das kleine Mädchen spielte mit bunten Ketten, als der Vater eiskalt zustach: Tomasz S. (31) tötete sein Kind, um seine Ehefrau zu bestrafen.

Den Kopf hielt er gesenkt, als seine Verteidigerin das überraschende Geständnis verlas: „Ich habe das Unfassbare getan und meine Tochter getötet.“ Er habe sie „vor der Mutter schützen“ und dann auch sich das Leben nehmen wollen. Er jammerte: „Ich war völlig fassungslos, als mir meine Frau mitteilte, dass sie mich verlassen wird.“

Ein unfassbares Verbrechen. Der Staatsanwalt: „Er hat das Kind zu einem Objekt, zu einem Spielball gemacht, um seine Frau abzustrafen.“ Letztlich habe S. aus Eifersucht gehandelt. Von drei Mordmerkmalen geht die Anklage aus: heimtückisch, aus niedrigen Beweggründen und grausam habe er getötet.

Es geschah am 4. November. S. war allein mit Alina (Name geändert) in der Wohnung seiner Mutter an der Köpenicker Landstraße in Treptow. Der Pole war Ende Oktober von einem gut bezahlten Job in Norwegen als Auto-Polierer zurückgekehrt. S.: „Meine Frau sollte stolz auf mich sein.“ Doch dann die Nachricht von der Trennung.

Er nahm Alina an den Schultern, führte das Messer zu ihrem Hals

Um 15.15 Uhr spielte Alina im Schlafzimmer. Sie saß vor einem Kleiderschrank mit Spiegeltüren. S. galt als liebevoller Papa. Er war zeitweise mit ihr in seiner Heimat. Dort hatte er ein Haus gekauft, wollte es hübsch machen. Und Alina bekam einen Hund. Doch nun hatte er ein großes Hackmesser in der Hand. Er nahm das Mädchen an den Schultern, führte das Messer zu ihrem Hals. Ein Schnitt. Alina blutete stark. Er hielt seine Handy-Kamera darauf. Sie sah ihn ungläubig an, sah dann in den Spiegel. Er filmte noch ein paar Sekunden. „Papa macht jetzt Schluss mit dem Leben“, sagte er. „Es ist wegen der Mama.“ Mama habe sie beide verlassen. Es tue ihm leid, aber sie müssten jetzt gehen. Dann schnitt er erneut in Alinas Hals.

Auf seinem Handy wurden zwei Video-Clips gefunden

Der Staatsanwalt: „Auf seinem Handy wurden zwei Video-Clips gefunden, offenbar zum Verschicken an seine Frau vorbereitet.“ Es seien je einige Sekunden – „grausam anzuschauen“. Die Großmutter fand ihr geliebtes Enkelkind. Die alarmierten Helfer konnten nichts mehr für Alina tun.

Tomasz S. war einst ein guter Rennrad-Fahrer, musste die sportliche Karriere nach einem Unfall beenden. Er war 27, als er seine 15 Jahre ältere Frau kennenlernte. 2018 die Heirat. Tomasz S.: „Ich habe meine Frau sehr geliebt.“ Er habe aber immer wieder das Gefühl gehabt, nicht gut genug für sie zu sein, sagte er. Sie ging, weil es Gewaltvorfälle gegeben hatte.

S. wurde kurz nach der Tat festgenommen. Damals behauptete er, es habe einen Überfall gegeben. Nun sein Geständnis: „Keine Strafe kann so hoch sein wie die, dass ich mit meiner Schuld weiterleben muss.“ Lebenslang droht ihm. Fortsetzung: Freitag.