Der angeklagte U-Bahn-Schläger bekam am Dienstag ein Jahr Haft auf Bewährung. Foto: Pressefoto Wagner

Hass und Hetze in der U-Bahn: Als Omar El-Z. (25) drei Männer in Frauenkleidung sah, wurde er eklig. Erst üble Pöbeleien, dann Schläge.

Der Student nun kleinlaut vor Gericht: „War mit Freunden unterwegs. Wir haben Witze über deren Aufzug gemacht, komische Sprüche.“ Es sei „scherzhaft“ gewesen. Er beteuerte: „Ich habe keine Abneigung gegen Homo- oder Transsexuelle.“ Sein Problem: „Ich verliere viel zu schnell die Nerven, wenn ich mich bedrängt fühle.“

Die Nacht vom 8. zum 9. März 2019 in der U2. Weil Weltfrauentag war, hatten sich Lehrer Luis T. (28) und zwei seiner Freunde Kleider angezogen. Sie gehörten zu einer Gruppe von acht Leuten, die auf dem Weg zu einem Konzert war.

Höhe U-Bahnhof Hausvogteiplatz ging die Pöbelei los

Vorbei war es mit der guten Stimmung, als El-Z. mit Kumpels einstieg. Höhe U-Bahnhof Hausvogteiplatz ging die Pöbelei los – laut Anklage aus „homo-, trans- und frauenfeindlichen Motiven“. Sie würden „lieber sterben, als sich so anzuziehen“, hetzten sie und „Missgeburten“.

Conrad C. (25): „Sie stiegen ein und stänkerten sofort mit homophoben Beleidigungen gegen meine Freunde.“ Jana L. (24, Namen der Opfer geändert) ging auf El-Z. zu: „Was soll das?“ Er blaffte: „Was sprichst du mich an! Mit Frauen rede ich nicht.“ Und einem Mann aus der Gruppe bedrohte er: „Ich steche dir die Augen aus, du Schwuchtel.“

Eigentlich sollten auch zwei Kumpels von El-Z. mit vor Gericht stehen

Sie wollten die Pöbler stoppen. Doch Omar El-Z. schaltete noch einen Gang höher, ohrfeigte zwei Männer, ballte zuletzt die Faust und drosch sie Conrad C. ins Gesicht. Conrad C.: „Mit einem Schlag aus der Hüfte brach er mir das Nasenbein.“

Nun die Ausreden von El-Z., vorbestraft wegen einer Gewalttat im öffentlichen Nahverkehr: „Wir fühlten uns in die Enge getrieben.“ Er habe einen Stoß verspürt – „ich schlug in die Richtung, tut mir leid“. Es habe auch an seinem Alkohol-Pegel gelegen – „ich kam von einer Hochzeit“.

Eigentlich sollten zwei Kumpels von El-Z. mit vor Gericht stechen. Gegen einen wurde das Verfahren gegen 600 Euro eingestellt, der andere hatte sich krank gemeldet.

Das Urteil gegen El-Z.: Ein Jahr Haft auf Bewährung als „letzte Chance“, Zahlung von 3000 Euro an Conrad C. und Teilnahme an einem Anti-Gewalt-Training.