Rapper Fler bei einem Auftritt im ColumbiaClub. Sein Gangster-Rap kommt mit seinen gewaltverherrlichenden und diskriminierenden Texten vor allem bei jungen Hörern gut an. Foto: dpa

Der Gangster-Rapper Fler hat jetzt etwas, von dem viele seiner angeblich harten Kollegen nur "singen": Knast-Erfahrung! Beamte der Polizei verhafteten den Berliner am Dienstag gegen 10 Uhr in Zehlendorf. Das teilte die Berliner Generalstaatsanwaltschaft via Twitter mit. "Grundlage ist ein Haftbefehl wegen Raubes und Körperverletzung zum Nachteil eines RTL-TV-Teams vom 02.03.2020", heißt es in dem Tweet. "Die begleitenden Durchsuchungsmaßnahmen dauern an."

Grund für den Zugriff: In der vergangenen Woche machte Fler Schlagzeilen, weil er auf offener Straße Journalisten angriff, die ihn zu seinen Ausbrüchen der vergangenen Wochen befragen wollten. Frauen, die ihn für seine sexistischen und gewaltverherrlichen Texte kritisierten, soll er über das Internet bedroht haben. "Ich hab ja mal Täter werden, wenn du mir weiter auf die Eier gehst", schrieb er einer, auf eine andere setzte Fler sogar ein Kopfgeld in Höhe von 2000 Euro aus. Eine der betroffenen der Frauen wandte sich für mehr Reichweite an den Comedian Shahak Shapira, der Fler auf Instagram öffentlich an den Pranger stellte - und dafür prompt in einer Sprachnachricht bedroht wurde. "Ich werde dir solange auf dein Gesicht hauen, dass du nie wieder reden kannst", soll Fler dort gesagt haben.

Anfang März habe ein Kamerateam von RTL den Rapper mit den Vorwürfen konfrontieren wollen. Am Kurfürstendamm kam es zu der Begegnung. Doch Fler soll ausgerastet sein, die Reporter angegriffen haben. Dabei wurden Teile einer Kamera zerstört und entwendet, ein Mitarbeiter des Teams wurde zudem so schwer verletzt, dass er in ein Krankenhaus gebracht werden musste. Fler wurde daraufhin von der Polizei gesucht.

Später am Dienstag dann die Wende: Der Ermittlungsrichter wollte den Argumenten der Staatsanwaltschaft nicht folgen und formulierte Zweifel am dringenden Tatverdacht. Der Haftbefehl wurde aufgehoben, der Beschuldigte entlassen, wie die Generalstaatsanwaltschaft auf Twitter mitteilte.