Wohin damit? 21 Geldspielautomaten beschlagnahmte die Polizei in der Nacht. Pudwell

Die Beute war zu groß: Der Lastwagen, den die Polizei zu einer nächtlichen Razzia mitgebracht hatte, konnte die vielen beschlagnahmten Glücksspielautomaten nicht fassen.

Es war ein über mehrere Bezirke breit angelegter Angriff, den gleich mehrere Behörden am Mittwoch um 20 Uhr gestartet hatten, und der sich bis 4 Uhr nachts hinzog: Von der Polizei drei Abschnitte sowie Fachabteilungen der Direktion 4 und des Landeskriminalamts, die Ordnungsämter zweier Bezirke, das Hauptzollamt und das Finanzamt Wedding.

Zehn Lokale in Steglitz, Schöneberg und Tiergarten wurden durchsucht, insgesamt 21 Automaten herausgeschafft, allein acht aus zwei Läden in der Steglitzer Schildhornstraße (die in Wahrheit nur ein Geschäft waren). Begründet wurde die Beschlagnahme mit „unerlaubter spielhallenähnlicher Unternehmung“, wegen „unerlaubter Casinogeräte“ oder „Spielgeräten ohne Bauartzulassungen“, also allem, was Paragraf 284 des Strafgesetzbuchs so hergibt.

Polizisten mussten beschlagnahmte Automaten in ihre Zivilautos laden, weil der Lkw voll war. Pudwell

Die fünf Durchsuchungen in Steglitz gingen auf ein Durchsuchungsbeschlüsse des Amtsgerichts Tiergarten wegen Verdachts illegalen Glücksspiels zurück, die vom Landeskriminalamt beantragt worden waren. Die übrigen fünf auf Gewerbekontrollen im Zusammenhang mit „Delikten dortiger Straßenprostitution“, wie die Polizei mitteilte.

Acht der Lokalitäten wurden anschließend „amtlich geschlossen“ und versiegelt, teilte die Polizei weiter mit. Entweder, weil vorgebliche Cafés eigentlich Spielhallen waren – amtsdeutsch „unerlaubte Änderung des Betriebsgepräges“ – oder weil Aufsichtspersonal fehlte.

Für die Einsätze in Tiergarten an der Kurfürstenstraße konnte die zuständige Stadträtin Almut Neumann eine etwas weiter gehende Bilanz ziehen:  „Anlass waren Hinweise und Verdachtsmomente auf den unerlaubten Betrieb von Spielhallen. Insgesamt wurden 12 Ordnungswidrigkeiten-Anzeigen geschrieben. Vier Gewerbebetriebe konnten und mussten dabei im Rahmen des Sofortvollzuges geschlossen werden.“

Acht der 21 beschlagnahmten Geräte stammten von dort. Neumann will sich dafür einsetzen, dass die dauerhafte Beschlagnahme von Geräten künftig die Regel und nicht die Ausnahme sein soll, um dem illegalen Betrieb von Spielhallen einen Riegel vorzuschieben.