Mit Handschellen betritt der Angeklagte zu Beginn des Prozesses den Saal des Landgerichtes. (Archivbild vom 28.04.2020). Foto: dpa/Patrick Pleul

Im Prozess um den mutmaßlichen Mord an seiner Ehefrau hat der Angeklagte aus Eberswalde (Barnim) die Tat gestanden. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur am Montag. Die 30-Jährige habe ihm am 2. August vergangenen Jahres gesagt, dass sie ihn nicht mehr liebe, sagte er am Montag vor dem Landgericht Frankfurt (Oder). Daraufhin habe er die Frau mit beiden Händen erwürg. Auf die Frage der Vorsitzenden Richterin nach dem Motiv sagte der 38 Jahre alte Mann: „Diese Frage stelle ich mir seitdem jeden Tag.“

Die Anklage wirft dem Gebäudereiniger heimtückischen Mord aus niederen Beweggründen vor. Der Mann soll seine Ehefrau, mit der er drei Kinder im Alter zwischen drei und elf Jahren hat, aus Eifersucht getötet haben. Im Fall einer Verurteilung droht ihm eine lebenslange Freiheitsstrafe. Sein Opfer war am Morgen des 3. August in Eberwalde von Familienangehörigen gefunden worden. Der 38-Jährige wurde im Zuge der Ermittlungen erst drei Monate später, am 11. August vergangenen Jahres, verhaftet, nachdem er sich bei Vernehmungen in Widersprüche verstrickt haben soll. Der Mann sitzt seither in Untersuchungshaft.

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„Ich hatte gehofft, sie braucht nur eine Auszeit“

Zum Zeitpunkt der Tat lebte das Ehepaar in Eberswalde bereits getrennt. Die dreifache Mutter soll ihren Mann vor die Tür gesetzt haben. Eigenen Angaben nach war der Angeklagte im gleichen Wohngebiet bei Freunden untergekommen. „Ich hatte gehofft, sie braucht nur eine Auszeit“, sagte der 38-Jährige am Montag vor Gericht und beteuerte, seine Frau immer noch zu lieben. In der Vergangenheit habe sie ihm „so viele Chancen gegeben“, nachdem er „viel Mist gebaut“ habe.

Am Tattag hatte der Angeklagte erstmals seit der Trennung seine drei bei der Mutter lebenden Kinder über das Wochenende zu sich in die Wohnung seiner Freunde geholt. Eigentlich, erzählte der Angeklagte, habe er für die zwei Jungen und die Tochter ein Zimmer herrichten wollen, es aus Faulheit aber doch nicht getan. Mehrfach sei er an diesem Tag nach kurzen Telefonaten mit seiner Ehefrau in dem einst gemeinsamen Zuhause gewesen, um vergessene Kleidung oder Nahrungsmittel für die Kinder zu holen, gab er vor Gericht an. Einen Schlüssel besaß er nicht mehr, die 30-Jährige habe ihm aufgemacht.

Ehemann will nicht aus Eifersucht gehandelt haben

Bei dieser Gelegenheit habe er seine allein auf dem Sofa im Wohnzimmer sitzende Noch-Ehefrau schließlich gefragt, ob sie ihn noch liebe, schilderte der Angeklagte. Als die 30-Jährige verneinte, sei ihm klar geworden, „was ich verloren habe“. Daraufhin habe er beide Hände, um ihren Hals gedrückt und die ihm körperlich unterlegene Frau gewürgt, bis sie sich nicht mehr rührte. „Sie hatte nicht mit diesem Angriff gerechnet. Es gab keinen Kampf.“ Aus Eifersucht, wie es ihm die Anklage vorwirft, will er nicht gehandelt haben.

Während seines über mehrere Stunden andauernden Geständnisses offenbarte der 38-jährige am Montag immer wieder Erinnerungslücken. So konnte er sich an ein der Tat vorangegangenes genaue Gespräch mit dem späteren Opfer nicht mehr erinnern. Der Prozess wird am Dienstag mit ersten Zeugenvernehmungen fortgesetzt. Ein Urteil wird Ende Juni dieses Jahres erwartet.