Eine Bande mordete und raubte im Märkischen Viertel
Eine Bande mordete und raubte im Märkischen Viertel imago/Schöning

Polizei und Staatsanwaltschaft in Berlin und Dessau-Roßlau haben offenbar zwei Raubmorde aufgeklärt: Bereits Anfang September wurden drei Männer (22, 23, 37) serbischer und deutscher Nationalität in Berlin verhaftet, die nach Überzeugung der Ermittler einen Mann (83) in Berlin umgebracht hatten. Zwei von ihnen sollen – mutmaßlich ebenfalls mit weiteren Tätern – eine Frau (67) getötet haben. Die Männer sollen an weiteren Überfällen auf Senioren beteiligt gewesen sein und sitzen in Untersuchungshaft.

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Zwei Tote binnen drei Tagen entdeckt

Die Frau, eine Zeitungs-Zustellerin, war am 19. August 2022 im Ortsteil Groß Naundorf der Gemeinde Annaburg (Sachsen-Anhalt, Landkreis Wittenberg) tot in in einem Einfamilienhaus aufgefunden worden. Nachbarn waren verschiedene Autos mit Männern und Frauen in der Nähe des Tatorts aufgefallen.

Drei Tage später fand die Feuerwehr am Eichhorster Weg (Berlin-Reinickendorf, Märkisches Viertel) den Mieter (83) tot in seiner Wohnung im ersten Stock. Ein Bekannter des Opfers hatte die Feuerwehr alarmiert. 

In beiden Fällen war schnell klar, dass beide Senioren umgebracht worden waren. Über die Todesursachen halten sich die Ermittler zurück.

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Wegen der Tat am Eichhorster Weg war das Trio Anfang September verhaftet worden. Vergangene Woche kam für zwei der Männer ein Haftbefehl aus Dessau-Roßlau dazu, nachdem der Raubmord in Annaburg ihnen zugerechnet werden konnte.

Die betagten Opfer wurden bedroht, geschlagen und gefesselt

Nach den bisherigen Ermittlungen könnten die Festgenommenen und mutmaßliche Komplizen für mindestens vier weitere Raubüberfälle auf alte Frauen und Männer verantwortlich sein, die sie zwischen dem 1. Juli und dem 1. September 2022 in Berlin verübt haben sollen.

Am 1. Juli 2022 sollen drei Männer und eine Frau ebenfalls im Märkischen Viertel - am Wilhelmsruher Damm - einen Rentner (81) und seine Frau (87) mit einem Messer bedroht, geschlagen und gefesselt haben. Die Täter konnten mit erbeutetem Geld aus der Wohnung fliehen. Die Angegriffenen konnten sich selbst befreien. Sie erlitten beide schwere Kopfverletzungen.

Erneut im Märkischen Viertel überfielen am 25. Juli zwei Männer einen 82-Jährigen in dessen Wohnung in der Finsterwalder Straße, . Mit einem Portemonnaie, Bargeld und weiteren persönlichen Gegenständen flüchteten sie, hieß es damals seitens der Polizei. Das leicht verletzte Opfer konnte sich selbst von Fesseln befreien und die Polizei alarmieren.

Vier Männer sollen am 25. August 2022 in Moabit einen 78-Jährigen in dessen Wohnung, nachdem er die Tür auf ihr Klopfen hin geöffnet hatte, zu Boden gedrückt, gefesselt und geschlagen haben. Den Tätern gelang die Flucht. Auch dieser Mann konnte sich eigenständig befreien und die Polizei rufen. Er wurde leicht verletzt,  ärztliche Behandlung lehnte er ab.

Wiederum im Märkischen Viertel, an der Tiefenseer Straße,  soll eine 80-Jährige am 1. September 2022 von fünf Männern überfallen worden sein. Nachdem diese die Frau gefesselt und bedroht hatten, sollen sie neben Geld auch persönliche Gegenstände entwendet haben. Auch der Frau gelang es, sich leicht verletzt zu befreien.

Dringender Rat der Polizei: Niemanden in die Wohnung lassen, den man nicht kennt

Diese Erinnerung, bei der Polizei zu bekommen, sollen sich ältere Menschen an die Innenseite ihrer Wohnungstüren hängen.
Diese Erinnerung, bei der Polizei zu bekommen, sollen sich ältere Menschen an die Innenseite ihrer Wohnungstüren hängen. Polizei Berlin

Überfälle auf Senioren und Trickdiebstähle in ihren Wohnungen machen der Polizei seit Jahrzehnten Sorgen. Die Berliner Polizei warnt eindringlich davor, Fremden die Tür zu öffnen. Sie bietet auch eine Reihe von Informationsmöglichkeiten an.