Marco K. (25) vor Gericht. Foto: Wagner

Moabit Die Eltern des Opfers saßen mit im Saal, die des Täters warteten zunächst vor der Tür: Warum musste Ayleen B. sterben? Sie wurde nur 23 Jahre alt. Mit Marco K. (25) steht nun ihr Lebensgefährte vor Gericht.

Das Verbrechen vor sechs Monaten. Der Security-Objektmanager für eine große Handelsfirma und die junge Frau, die gekellnert haben soll, hatten in ihrer gemeinsamen Wohnung in Neukölln gerade noch Weihnachten gefeiert. Seit über einem Jahr waren sie ein Paar. Nicht immer herrschte eitel Sonnenschein. Häufiger soll es Zoff gegeben haben. Um finanzielle Dinge, auch aus Eifersucht.

Am 27. Dezember die massive Gewalt. In einem Streit soll K. am Nachmittag zwischen 15.30 Uhr und 16.30 Uhr zunächst die Fäuste erhoben haben gegen seine Geliebte. Eine „Vielzahl von Schlägen“, so die Anklage. Dann habe er sie gewürgt, schließlich ein grünes Küchenmesser mit einer 20 Zentimeter langen Klinge gegriffen.

Ein schreckliches Blutbad: „Mindestens 14 Schnitte und sechs Stiche in den Hals- und Kinnbereich“ waren es laut Anklage. Nach der Tat soll K. zur Berliner Wohnung seiner Eltern gefahren sein. Von dort sei kurz darauf die Polizei alarmiert worden. Als die Einsatzkräfte am Tatort eintrafen, war die junge Frau bereits tot. K. sitzt seitdem in U-Haft.

Als die Staatsanwältin die Anklage verlas, schluchzte der Security-Mann und wischte sich die Augen. Totschlag wird ihm zur Last gelegt. 15 Jahre Knast drohen. „Nur“ Totschlag, weil ein Mordmotiv nicht festgestellt worden sei.

Marco K. hüllte sich am ersten Prozesstag in Schweigen. Seine Verteidiger kündigten allerdings eine Aussage für den 8. Juli an. Während die Eltern von Ayleen B. voller Trauer und mit Tränen in den Augen aus dem Saal gingen, durften die Eltern des mutmaßlichen Totschlägers hinein und kurz mit dem Sohn sprechen. KE.