Der angeklagte Polizist Derek Chauvin. Foto: Handout/Hennepin County Jail/AFP

Der wegen des gewaltsamen Todes des Afroamerikaners George Floyd angeklagte Polizist Derek Chauvin ist gegen Kaution aus dem Gefängnis entlassen worden. Der ehemalige Beamte sei nach vier Monaten durch die Zahlung von einer Million Dollar (rund 850.000 Euro) freigekommen, teilte das Büro des Sheriffs von Hennepin County im US-Bundesstaat Minnesota am Mittwoch mit. Doch wer hinterlegte die Kaution, damit Chauvin auf freien Fuß gesetzt wurde?

Lesen Sie auch: Der Fall Diogo: Wie aus einem tragischen Unfall ein brutaler Neonazi-Mord wurde >>

Wie die Frankfurter Rundschau unter Berufung auf den TV-Sender CNN berichtet, soll Chauvin einen Kautionsagenten bezahlt haben, seine Kaution zu hinterlegen. Woher er das Geld habe, ist nicht bekannt. Auch sei seine Freilassung an zahlreiche Bedingungen geknüpft. So darf er den Bundesstaat Minnesota nicht verlassen, Kontakt zur Familie Floyd aufnehmen oder Schusswaffen besitzen. Weshalb Chauvin die Kaution erst jetzt stellte, ist nicht weiter bekannt. 

George Floyd war Ende Mai nach einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis gestorben. Der Polizist Derek Chauvin hatte Floyd mehr als acht Minuten lang sein Knie in den Nacken gedrückt, obwohl der 46-jährige Familienvater mehr als 20 Mal klagte, er bekomme keine Luft. Floyd war festgenommen worden, weil er angeblich einen gefälschten 20-Dollar-Schein benutzt hatte. Der Fall hatte in den USA und vielen anderen Ländern Massenproteste gegen Rassismus und Polizeigewalt ausgelöst.

Die Szene, die die Welt schockierte.  Foto: pa/ZUMAPRESS.com/Darnella Frazier/Facebook

Der Hauptbeschuldigte Chauvin wird des „Mordes zweiten und dritten Grades“ sowie des Totschlags beschuldigt. Chauvins ehemaligen Kollegen Alexander Kueng, Thomas Lane und Tou Thao wird Beihilfe zur Last gelegt. Alle vier müssen sich im kommenden März zusammen vor Gericht verantworten. Sie wurden nach Floyds Tod aus dem Polizeidienst entlassen.

Mehr aktuelle Nachrichten und Geschichten aus dem Ressort Panorama finden Sie hier >>

Die vier Angeklagten beharren darauf, dass ihre Entscheidung, Floyd zurückzuhalten, gerechtfertigt gewesen sei. Sie stützen sich auf die Untersuchung eines Gerichtsmediziners, wonach die im Körper von Floyd gefundenen Medikamente die Hauptursache für seinen Tod gewesen sein könnten.