Die vierte Nacht in Folge gehen Autos in Flammen auf - hier an der Donaustraße in Neukölln.
Foto: Pudwell

Seit einer Woche hält ein Brandstifter die Polizei in Neukölln in Atem und sorgt bei Bewohnern für Angst und Schrecken. Mehrfach hat es gebrannt. Verletzt wurde niemand. Es entstand aber erheblicher Sachschaden.

In der Nacht zu Sonntag hat es im Bezirk wieder gebrannt: Gegen 2.10 Uhr bemerkte ein Anwohner in der Nansenstraße einen Brand im Inneren eines geparkten VW. Etwa zehn Minuten später wurde die Feuerwehr zu einem Brand in der Donaustraße gerufen. Dort standen drei geparkte Autos in Flammen. Die Nacht zuvor brannte ein Kleinwagen in der Schönstedtstraße.

In der Nacht zu Freitag brannte es auf einem Spielplatz an der Glasower Straße, Ecke Bendastraße. Die Feuerwehr konnte rasch löschen.
Foto: Pudwell

Es scheint, als würde der Täter alles anzuzünden, was sich für ihn ergibt. Die Auswahl reicht von einer Tankstelle, einem Spielplatz sowie mehreren Autos. Die Polizei hat bislang noch keinen Hinweis auf eine politische Motivation des Täters. Es scheint als sei es blinde Zerstörungswut, hieß es am Freitag bei der Polizei.

Die Serie begann am Donnerstagabend gegen 22 Uhr. Hinter einer Tankstelle in der Karl-Marx-Straße brach ein Feuer aus. Eine Matratze sowie alter Hausrat hatten Feuer gefangen. Das Hab und Gut gehörte einem obdachlosen Mann. Er war zurzeit des Brandes nicht da, sagte ein Feuerwehrmann vor Ort. Er habe in wenigen Minuten alles verloren. Als der Beamte und seine Kollegen eintrafen, drohten die Flammen  die Fassade eines angrenzenden Gebäudes zu erfassen. „Das konnten wir erfolgreich verhindern“, so der Feuerwehrmann.

Kaum war der Brand gelöscht, wurden die Feuerwehrleute ein Stück weiter zu einem neuen Feuer in die Glasower Straße gerufen. In der Nähe einer Schaukel an einem angrenzenden Haus brannte es. Für eine geplante Brandstiftung spricht, dass das Feuer in einem Kreis brannte. Möglicherweise wurde Benzin in einem Kreis verteilt. Die Szenerie ähnelte einem Ritual.

Drei Stunden später wurde die Feuerwehr erneut zu einem Brand gerufen. Unweit vom Rathaus Neukölln entfernt, in der Donaustraße, stand ein Skoda Fabia in Flammen. Durch die Hitze wurde ein daneben geparkter VW Tiguan beschädigt. Kaum waren die Flammen aus, ging es für die Feuerwehrleute in die Schönstedtstraße. Dort brannte ein Opel Vectra. Polizisten hatten versucht, die Flammen mit einem Feuerlöscher zu ersticken. Das gelang ihnen jedoch nicht.

In diesem Areal scheint sich der Täter gut auszukennen. Die Polizei will nun rund um das Rathaus ihre nächtlichen Streifen verstärken. „Wir werden den Feuerteufel kriegen“, sagten Beamte am Freitag. Bereits am Donnerstag dieser Woche waren rund um das Rathaus Neukölln mehrere Autos angesteckt worden. Das könnte ein und derselbe Täter sein. Die Feuerwehrleute gehen davon aus, dass sie am Wochenende wieder verstärkt im Einsatz sind.