Am Reichstagsgebäude brannte eine Spanplatte.

Foto: Eric Richard

Eine Frau hat in der Nacht zum Montag einen Anschlag auf das Reichstagsgebäude verübt. Sie versuchte, eine Spanplatte an der Ostseite des Gebäudes am Friedrich-Ebert-Platz in Brand zu stecken. Die Flammen gingen von selbst aus. Die Feuerwehr, die mit 50 Beamten anrückte, musste nicht mehr eingreifen. Nach einer halben Stunde war der Einsatz vorbei.  Verletzt wurde niemand.

Die Frau stellte sich selbst. Ein Richter muss nun entscheiden, ob sie in die Psychiatrie eingewiesen wird. Zunächst war von einer Demonstration gegen die Sitzungswoche im Bundestag ausgegangen worden. Brandexperten der Polizei suchten noch am Montagvormittag nach Spuren. Ob es Hinweise auf die Täter gibt, teilte die Behörde nicht mit.

Unklar ist noch, wie es der Brandstifterin gelingen konnte, sich dem Gebäude mit Brandbeschleuniger unentdeckt zu nähern,  Flüssigkeit zu verteilen und das Feuer zu legen. Die Spanplatte ersetzt eine Fensterscheibe in der untersten Etage. Ob die Täterin von den Überwachungskameras am Gebäude gefilmt worden sind, teilte die Polizei nicht mit.

Der Reichstag wird von einer eigenen Polizei geschützt. Der Parlamentspolizei gehören 180 Beamte an, die das Haus rund um die Uhr bewachen.

Zuletzt war es vor anderthalb Wochen zu einem Vorfall am Reichstag gekommen. Ein Mann war an der Außenfassade einige Meter in die Höhe geklettert und sorgte stehend auf einem Vorsprung t für einen Rettungseinsatz der Polizei und der Feuerwehr. Er ließ sich von der Parlamentspolizei widerstandslos festnehmen und in einem Krankenhaus ärztlich behandeln. Sein Motiv ist immer noch unklar. Lutz Schnedelbach