Paul K. soll als Mitglied der Betrügerbande agiert haben und muss sich jetzt vor Gericht verantworten.
Foto: Berliner KURIER

Er arbeitete jahrzehntelang fleißig und legte sich fürs Alter was auf die hohe Kante. Doch falsche Polizisten plünderten Edwin D. (82) völlig aus.

Der Senior im Rollstuhl nun als Zeuge im Prozess gegen Paul K. (26). Als Mitglied einer Bande soll K. agiert haben, die bei Berliner Senioren Bargeld und Schmuck im Wert von 800.000 Euro abzockte. 15 Fälle sind angeklagt.

Es war Mitternacht, als das Telefon in der Wohnung von Edwin D. (Name geändert) in Charlottenburg klingelte. Es meldete sich ein angeblicher Kommissar Kretschmann. Der Senior: „Ich sollte alles von Wert in eine Tasche tun, vor die Haustür stellen und dann als Lockvogel der Polizei helfen, die Täter zu schnappen.“

Der 82-jährige Edwin D. wurde Opfer falscher Polizisten.
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Seine sechs kleinen Goldbarren (je 100 Gramm) holte der Ex-Maschineneinrichter aus dem Versteck – „meine kleinen Schätzchen“ – und sein Bares in Höhe von 11.800 Euro. Alles kam in eine Tasche – 35.000 Euro der Gesamtwert. Während er packte, blieb der Anrufer am Telefon. Ein Schmierentheater wurde inszeniert. D.: „Ich hatte den Eindruck, da läuft ein Polizeieinsatz.“

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Als ein angeblicher Zivilpolizist den Schatz abholt hatte, bekam D. Zweifel. Er rief bei der echten Polizei an. Und begriff: „Alles ist weg.“ Nichts ist mehr so, wie es vorher war. Der Rentner: „Ich habe danach sehr bescheiden gelebt, musste sparen.“ Und er habe sich so geschämt: „Dass ich darauf reingefallen bin.“ Auch körperlich ging es ihm nicht gut. Er musst im Krankenhaus behandelt werden, ist seitdem auf einen Rollstuhl angewiesen.

Falsche Polizisten - immer wieder bringen skrupellose Kriminelle mit dieser perfiden Masche besonders ältere Menschen um ihr Vermögen. Zwei echte Beamte: „Täglich gibt es neue Fälle – ob als falsche Polizisten oder mit dem Enkeltrick.“ Paul K. schweigt zu den Vorwürfen. Fortsetzung: Donnerstag.