Mutter Brigitte Reusch betrachtet ein Foto ihrer Tochter Rebecca, die seit fast drei Jahren vermisst wird. RTL / Steven Raunheimer

Seit dem 18. Februar 2019 wird Rebecca Reusch aus Britz vermisst. Der Fall aus Berlin erregte bundesweite Aufmerksamkeit. Fast drei Jahre ist es nun her, dass das damals 15 Jahre alte Mädchen verschwand. Ein Lebenszeichen gibt es nicht, die Polizei geht längst davon aus, dass Rebacca das Haus ihrer Schwester und ihres Schwagers nicht lebend verlassen hatte. Der Schwager Florian R. gilt den Ermittlern als Hauptverdächtiger in dem Fall.  Die Familie will das jedoch nicht wahr haben. Die neue True-Crime Doku „Rebecca – Was geschah mit unserer Tochter?“ könnte Anzeichen liefern.

Fall Rebecca: Warum hält die Familie so zum Verdächtigen Schwager Florian R.?

Viel Neues verrät die Doku nicht. Denn in der Hauptsache wird noch einmal die Geschichte seit Rebeccas Verschwinden am 18. Februar 2019 erzählt. Es wird erzählt, wie sich Rebeccas Spur verlor und wie sich ihr Schwager immer weiter in Lügen verstrickte und zweimal festgenommen wurde – und wie die Familie dennoch zu ihm stand, egal wag gegen ihn vorgebracht wurde. Allein das sei „aus polizeilicher Sicht ungewöhnlich“, schätzte Kriminalkommissar a. D. Peter Schnieders die Lage ein. 

Doch die Familie bleibt bei diesem Credo. Florian sei lange in der Familie, sagten Rebeccas Mutter, Vater und ihre mittlere Schwester Vivian in der Doku. Man hätte gemerkt, wenn er etwas mit dem Verschwinden Rebeccas zu tun gehabt hätte. All die Argumente der Polizei schienen nicht zu zählen. 

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Der Polizei gilt Rebeccas Schwager Florian noch immer als Hauptverdächtiger. Polizei Berlin

Und die Doku liefert zumindest zarte Hinweise auf die Gründe. So sprach Rebeccas Mutter Brigitte Reusch während der Festnahme von Florian R. die Worte aus, die schon die ganze Zeit in der Familie kursierten. „Sie machen einen großen Fehler“, sagte Rebeccas Mutter nach eigener Aussage. 

Fall Rebecca: Doku zeigt, wie Familie Reusch Vertrauen zur Polizei verliert

Tatsächlich zeigt die Dokumentation zahlreiche Anklagen der Familie Reusch gegenüber der Polizei. Erst sei dem Verschwinden der 15-Jährigen nicht mit genug Nachdruck nachgegangen worden, dann habe man sich zu sehr auf den Schwager Florian R. versteift, lauteten die Vorwürfe, die die RTL-Produktion immer wieder von Kommissar Peter Schnieders und Profiler Mark T. Hofmann einordnen und oft auch entkräften lässt. In diesem Klima, in dem das Vertrauen in die Polizei, die die eigene Tochter nicht findet, immer weiter schwindet, könnte sich die Familie in eine Art Abwehrhaltung begeben haben – diesen Eindruck macht die Doku zumindest auf den Zuschauer.

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Vermisste Rebecca: Wer jemanden für schuldig hält, muss auch an den Tod eines Menschen glauben

Einen anderen Grund, aus dem die Familie die Ermittler-These, dass Rebecca von ihrem Schwager getötet und aus dem Haus geschafft wurde, ablehnen, nennt Profiler Hofmann: „Jemanden für schuldig zu halten in einem Tötungsdelikt, bedeutet gleichzeitig, den Tod der eigenen Tochter einzugestehen. Und ich kann jede Mutter, jeden Vater und jede Familie gut verstehen, die sagt, wir schließen erst mit dem Leben unserer Tochter ab, wenn jemand uns eine Leiche präsentiert.“

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Doch eine Leiche gibt es nicht – besser gesagt: sie wurde bislang nicht gefunden. Mehrere Suchen in einem Brandenburger Waldgebiet führten nicht zum Erfolg. Und so wird sich Familie Reusch wohl noch weiterhin an den Strohhalm klammern, dass Rebecca noch lebt. Ihr Anwalt Khubaib Ali Mohammed versteht den Gedanken der Familie. Niemand würde ohne Beweise den Tod seines Kindes eingestehen, sagt er in der Doku. „Wirft man ihnen vor, dass sie nicht aufgeben?“ Und in einer Welt, in der Rebecca noch lebt, gibt es auch keinen Mörder ...

Die Doku „Rebecca - Was geschah mit unserer Tochter?“ läuft am Donnerstagabend ab 20.15 Uhr auf RTL.