Ein Sanitäter spült dem Überfallopfer die Augen aus - danach wurde der Mann (35) verhaftet. Foto: Morris Pudwell

Die Nacht wird der Mann (35) nicht vergessen: Erst wird er Opfer eines Überfalls mit Messern und Pfefferspray, und dann von der Polizei verhaftet. Es lag ein Haftbefehl wegen eines Sexualverbrechens gegen ihn vor.

Nach Polizeiangaben waren in der Nacht zu Sonntag gegen 23 Uhr sechs bislang unbekannte Männer in der Neuköllner Sonnenallee Nähe Ederstraße auf drei Passanten im Alter von 35, 41 und 48 Jahren losgegangen. Dabei erlitten die beiden Älteren Stichverletzungen am Rücken, an der Schulter sowie am Arm und wurden ins Krankenhaus gebracht.

Dem jüngsten Mann wurden die Augen von einem  Sanitäter ausgespült, er klagte außerdem über Atemwegsreizungen wegen des Pfeffersprays.

Die Hände in Tüten und hinter dem Rücken gefesselt: Das Überfallopfer wird abgeführt. Foto: Morris Pudwell

Ihm wurden außerdem Tüten zum Spurenschutz über die Hände gezogen, als noch nicht klar war, welche Rolle er in der Auseinandersetzung gehabt hatte. Es kam dann zwar heraus, dass er ein Opfer war - und gleichzeitig ein Täter: Bei der Überprüfung seiner Personalien stellten die Polizeibeamten fest, dass der Mann wegen einer Sexualstraftat mit Haftbefehl gesucht wurde

Dieser Mann meldete sich nachts verletzt nicht im Krankenhaus, sondern bei der Polizei. Foto: Morris Pudwell

Die Polizei sucht jetzt nicht nur nach den Tätern, sondern ist auch dabei, einen möglichen Zusammenhang mit einem möglicherweise weiteren Opfer zu klären: Gegen zwei Uhr nachts erschien ein Mann mit zwei Begleitern im Polizeiabschnitt 54 an der Sonnenallee und gab an, ebenfalls um 23 Uhr in der Sonnenallee durch Messerstiche verletzt worden zu sein. Erst nach Stunden habe er die Verletzungen ernst genommen, ging aber nicht ins Krankenhaus, sondern zur Polizei, die ihn von einem Rettungswagen abholen ließ.