Sichergestellte Handgranaten und Materialien, darunter auch eine Armbinde mit einem Hakenkreuz, liegen bei einem Pressetermin im LKA Brandenburg auf einem Tisch nach einer Razzia gegen die Neonazi-Gruppe "Freie Kräfte Prignitz".  Foto: dpa/Jens Kalaene

Nach einer Großrazzia gegen die rechtsextreme Organisation „Freie Kräfte Prignitz“ werten die Ermittler jetzt die sichergestellten Daten aus. Der Staatsschutz des Landeskriminalamts Brandenburg habe Erkenntnisse, dass die Mitglieder der Gruppe Informationen über Polizisten sammelten, teilte das Polizeipräsidium am Montag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

Die Ermittler hätten unter anderem Daten über Personen, Familienverhältnisse und Dienststellen sowie auch über Tarnkennzeichen von Zivilfahrzeugen zusammengetragen, hieß es. Die Auswertung der Daten aus mehr als 20 Mobilfunktelefonen, diversen Laptops und Speichermedien dauert nach Angaben des Sprechers des Polizeipräsidiums, Torsten Herbst, voraussichtlich mehrere Wochen.

Der Polizei lagen nach Angaben des Präsidiums zudem Hinweise vor, dass sieben Männer einen Brandanschlag mit einem Molotow-Cocktail auf eine Moschee in Wittenberge (Prignitz) planten. Die Gruppe soll auch Angriffe auf Geschäfte beabsichtigt haben, die von Inhabern mit Migrationshintergrund geführt werden.

Mit Razzien in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern waren die Beamten gegen die Neonazi-Gruppe vorgegangen. Bei den Durchsuchungen in sechs Objekten wurden laut Polizei unter anderem Schreckschuss- und scharfe Munition, Hieb- und Stichwaffen sowie Nazi-Devotionalien wie eine Armbinde mit Hakenkreuzaufdruck beschlagnahmt.