Dennis S. (38) ist wegen 16 Fällen von Sex-Missbrauch und Kinderpornografie angeklagt. Foto: BK

Er ließ sein Kind von einer Leihmutter in Zypern austragen – mit perversen Plänen: Dennis S. (38) soll sich ein Kind angeschafft haben, um es ungestört zu seinem hilflosen Sex-Opfer zu machen.

Ein Fall, wie ihn die Berliner Richter noch nie hatten. Der Angeklagte aus Hellersdorf fast regungslos. Ein Hüne mit Bart und Brille in einem beigen Blouson-Anzug. Ledig, zuletzt alleinerziehender Vater.

Die Staatsanwältin: „Aus Chatverläufen ergibt sich, dass die Anschaffung eines eigenen Kindes dem Ausleben der pädophilen Neigungen dienen soll.“ Ein Sohn, den er sich als Opfer „heranziehen“ konnte.

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Verbreitung von Kinderpornografie

Im Sommer 2016 wurde Janis (Name geändert) in Pafos auf Zypern geboren. Von einer Frau, die ihre Gebärmutter für eine fremde befruchtete Eizelle „verliehen“ hatte. S. gelang es, das Baby nach Berlin zu bringen. Und der Junggeselle bekam auch das Sorgerecht. Trickreich soll er agiert haben.

Im September 2017 ein Prozess gegen ihn. Es ging um die Verbreitung von Kinderpornografie. Er erhielt 10 Monate Haft auf Bewährung. Konsequenzen für ihn als Vater aber gab es nicht: Janis blieb bei ihm.

Bis Fahnder des BKA bei Ermittlungen gegen einen anderen Kinderschänder auf Bilder stießen, die auf die Spur von S. führten. Am 9. Oktober 2019 klickten die Handschellen für den perversen Vater.

Anwältin hofft auf maximal drei Jahre Haft

Die Anklage stützt sich auf Videos, die den Missbrauch dokumentieren. Szenen aus dem furchtbaren Alltag des Jungen. 16 Fälle von Sex-Missbrauch in der Zeit von Juni bis Oktober 2019 sowie Herstellung von Kinderpornografie werden dem Ekel-Vater zur Last gelegt. Bei den ersten Übergriffen war Janis zwei Jahre alt.

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Massenhaft Kinderpornografie wurde in der Wohnung von S. sichergestellt – 168.670 Bilder und 7282 Videos waren es laut Anklage. Janis, inzwischen dreieinhalb, kam mit der Verhaftung des Vaters in die Obhut des Jugendamtes. Das Sorgerecht wurde S. entzogen.

Die Verteidigerin von S. kündigte an: „Es ist beabsichtigt, geständig zu sein.“ Allerdings erst am zweiten Prozesstag. Die Anwältin hofft auf maximal drei Jahre Haft. Dagegen peilt die Staatsanwältin ein deutliches Urteil an – um die sieben Jahre Gefängnis. Prozess-Fortsetzung: Dienstag.