Die Jugendkammer des Berliner Landgerichts trat am Donnerstag zusammen. Foto: Pressefoto Wagner

Er war für seine Nachbarn die gute Seele im Kiez. Sie riefen die Polizei, als er tagelang nicht zu sehen war. Pastor Reinhold Zuber (77) lag tot in seiner Wohnung.

Geschlagen, getreten, schließlich mit einem Kissen erstickt. Aus Sicht der Anklage war es ein feiger Mord aus Habgier. Zwei Rumänen nun vor Gericht: Vandam G. (21) und Cristian-Cosmin C. (24).

Mordopfer Pfarrer Zuber aus Tiergarten. Er wurde in seiner Wohnung erstickt. Foto: Polizei

Der Geistliche, der mit seiner Homosexualität offen umgegangen ist. C. soll sein Geliebter gewesen sein – laut Anlage gab es seit längerem eine intime Beziehung. C. soll G. und einen unbekannten dritten Komplizen in die Wohnung von Zuber gelassen haben. Sie sollen viel Geld und Wertgegenstände in der Parterre-Wohnung des Rentners in Moabit erwartet haben.

Der Angriff am 30. Juni oder 1. Juli 2020. G. soll den Pastor getreten und geschlagen haben. Dann wurde dem Rentner ein Kissen auf das Gesicht gedrückt. Während Reinhold Zuber erstickte, soll sein Geliebter nach Beute gesucht haben. Die Anklage: „Wozu er auch Teppiche entfernte und Bodenplatten herausbrach.“

Die Verdächtigen wurden in Rumänien gefasst 

Die mutmaßlichen Killer verschwanden nach dem Verbrechen. Sie wurden in Rumänien gefasst und nach Deutschland ausgeliefert.

Cristian-Cosmin C. hüllte sich nun in Schweigen. Vandam G. ließ über einen Anwalt vortragen: „Ich habe Reinhold Zuber nicht getötet. Ich bin unschuldig.“

Der Pastor, den viele kannten und sehr schätzten, ohne ihn genauer zu kennen. Auf einem Foto, das die Polizei nach dem Verbrechen veröffentlichte, sieht man ihn im Talar. In Berlin war er von 1973 bis 1983 als Stadtmissionar tätig. Viel mehr ist nicht bekannt. Er soll sich in der Aids-Hilfe engagiert haben.

Der Geistliche suchte Liebe bei jungen Männern

Und er suchte Liebe bei jungen Männern. Auch Vandam G. will mit dem Rentner mitgegangen sein. Das sei am 30. Juni gewesen. G.: „Ich war manchmal als Stricher unterwegs, um für die Familie etwas hinzuzuverdienen.“ Zuber habe ihn angesprochen. G.: „Wir einigten uns auf 80 Euro.“ Per Taxi seien sie in seine Wohnung gefahren. G.: „Nach etwa einer Stunde ging ich.“

Viele Fragen sind offen. Eine davon: Warum ließen die Täter mehrere 100-Euro-Scheine, die auf einem Tisch lagen, zurück? Fortsetzung: Mittwoch.