Der angeklagte Vater zeigte sich am Mittwoch so in einem Berliner Gerichtssaal.
Der angeklagte Vater zeigte sich am Mittwoch so in einem Berliner Gerichtssaal. Pressefoto Wagner

Der Vater filmte im Badezimmer mit versteckter Kamera: Dusch-Aufnahmen von seiner Tochter und deren Freundinnen brachten Krankenpfleger D. (53) vor Gericht.

Die Mädchen waren 12, 13 und 14 Jahre alt. Sie ahnten nicht, dass Uwe D. (Namen geändert) bei ihren Besuchen mit einer Kamera ins Bad schlich, das Gerät mit Focus auf die Dusche installierte.

Um sieben Videos mit Nackt-Aufnahmen von fünf Mädchen, darunter seine Tochter, geht es nun. Außerdem besaß er massenhaft Kinderpornografie. Eine abscheuliche Sammlung, die bei einer Durchsuchung in seiner Wohnung in Hellersdorf im August 2021 auf diversen Datenträgern entdeckt wurde – über 5324 Bilder und 51 kriminelle Videos.

Warum er zwischen dem 2. Januar 2015 und dem 20. August 2017 die Mädchen beim Duschen filmte? Uwe D. nuschelnd: „Weiß nicht, wieso und warum es passierte.“ Er habe sich die Filme auch gar nicht angesehen – „Dateien auf den Rechner gezogen, da lagen sie, dann war ich erschrocken und habe sie gelöscht“. Auf Kamera-Speicherkarten aber blieben sie.

Ist der Vater ein Mann mit pädophiler Neigung?

Warum er Kinderpornografie aus dem Internet sammelte? Der Angeklagte: „Hatte ich zwar gespeichert, aber habe auf die Bilder nicht zugegriffen.“ Ist er ein Mann mit pädophiler Neigung? Der Angeklagte stammelte: „Eigentlich nicht.“ Er stehe nicht auf Mädchen und Jugendliche – „ auf Frauen mit Oberweite.“

Fassungslos die gefilmten Mädchen: Jahre später erfuhren sie von den heimlichen Aufnahmen des Ekel-Vaters. Susann (18): „Bei der Polizei wurden mir die Bilder gezeigt, es war schockierend.“ Sie war damals eng mit der Tochter von D. befreundet, übernachtete an Wochenenden dort – „es war wie eine zweite Familie“. D. sei stets freundlich und nett gewesen – „eine Vertrauensperson“.

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Gegen den Mann hatte ein anderes Mädchen, das er durch den Sportverein seiner Tochter kannte, bereits Anfang 2018 eine Strafanzeige gestellt. Es ging um einen Zungenkuss.

D. zu dem Geschehen mit der damals Jugendlichen: „Sie saß einmal traurig da, ich wollte sie trösten, nahm sie in den Arm, der Kuss ging von ihr aus.“ Er bekam eine Bewährungsstrafe und begann eine Therapie. Fortsetzung: Freitag.