André M. vor Gericht. Foto: dpa/Jörg Carstensen

Moabit – Die Hass und Droh-Mails richteten sich gegen Politiker, Behörden, Einkaufszentren – und
immer wieder war Sängerin Helene Fischer betroffen. Als Verfasser nun vor Gericht: André M. (32).

Kaum hatte der Prozess begonnen, musste er unterbrochen werden. Der Richter: „Eine Drohung ist eingegangen.“ Mit „zahlreichen Sprengsätzen“ im Umfeld des Saales wurde gedroht. Polizisten rückten an, prüften, gaben nach einer Stunde Entwarnung. Absender könnte ein Kumpel des Rechtsextremisten M. gewesen sein.

Kein Beruf, mehrfach vorbestraft

Der Mann auf der Anklagebank: Ein bleicher Typ, hager, die blonden Haare zum Pferdeschwanz gebunden. Ein Eigenbrötler, der bis zu seiner Festnahme vor einem Jahr noch bei seinen Eltern in Schleswig-Holstein lebt. Nie einen Beruf erlernt, mehrfach vorbestraft.

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Es geht um 107 Fälle, darunter 87 Bombendrohungen. Die Serie begann Ende 2018 – M. war gerade wieder auf freiem Fuß. Ziel: „Ausleben seines Menschenhasses“ und „Vernichtung des kapitalistischen Systems“. Er habe mit Sprengsätzen, mit Hinrichtungen mit der qualvollen Tötung kleiner Mädchen gedroht. Irre Gewaltfantasien.

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Auf Helene Fischer fixiert

Bald hatte sich der Verfasser, der mit „National Sozialistische Offensive“ zeichnete, auf Helene Fischer fixiert. Er versprach ein „Kopfgeld“, wenn andere mit ihr tun, was er sich ausmale. Er forderte die Sängerin auf, zu erklären, wie sie zu Deutschland stehe. Prozess-Fortsetzung: 7. Mai.