Diese Bilder von der Großbäckerei stellte die Polizei auf Facebook. Fotos: Polizei

Mehrere Behörden waren bei dem Einsatz am Mittwochvormittag vor Ort: Das LKA, das Neuköllner Bezirksamt, die Handwerkskammer und das Landesamt für Arbeits-und Gesundheitsschutz. Was die Einsatzkräfte vor Ort vorfanden, übersteigt die Vorstellungskraft. „Schon beim ersten Betreten strömte den Beamten ein ekelerregender Geruch nach Ammoniak entgegen, wohl ausgehend von Mäuse- und Rattenfäkalien", schreibt die Polizei angewidert auf Facebook.

Unglaublich: Dieser Betrieb belieferte mehrere Großabnehmer mit Brot- und Backwaren. In ihrer Pressemitteilung schreibt die Polizei sachlich von erheblichen hygienischen Mängeln, „sodass eine Gesundheitsgefährdung für Verbrauchende nicht ausgeschlossen werden konnte." Was die Beamten tatsächlich vorfanden, liest sich auf Facebook so: „Überall tummelten sich Schaben oder lagen tot auf dem Boden. Es herrschte in Teilen ein Befall von Mäusen und Ratten. Einer Beamtin lief eine Maus über die Schuhe."

Die Betreiber der Ekel-Bäckerei hatten Gift ausgelegt - das hielt Motten und Fliegen nicht davon ab, sich zu den Schaben zu gesellen. Darüber hinaus stellten die Behördenvertreter diverse bauliche und arbeitsrechtliche Mängel vor. Die Eigentümer des Betriebs hätten eigentlich gewarnt sein müssen: Im November 2019 hatte die Lebensmittelaufsicht von Neukölln Strafanzeige gestellt. Im Februar 2020 wurde ein Zwangsgeldverfahren eingeleitet. Dennoch machte die Bäckerei weiter wie  bisher. Nun machte die Polizei in Amtshilfe für das Bezirksamt Neukölln und das Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsamt Schluss mit dem widerlichen Treiben: Die Produktionsstätte wurde geschlossen, den Betreibern untersagt, Lebensmittel zu produzieren oder in den Verkehr zu bringen.