Ein Blaulicht der Polizei (Symbolfoto)
Ein Blaulicht der Polizei (Symbolfoto) dpa/Christophe Gateau

Die Polizei hat den mutmaßlichen Räuber gefasst, der am Dienstag eine Rentnerin so schwer verletzt hatte, dass sie im Krankenhaus starb. Es ist ein polizeibekannter 15-jähriger Jugendlicher. Er wurde kurz nach einem weiteren Überfall festgenommen. 

Der Jugendliche, bei der Polizei als „kiezorientierter Mehrfachtäter“ geführt, hatte sein Opfer kurz nach 7 Uhr in der Pankstraße angesprochen, als die 75-Jährige dort vor dem Mitte Museum ein Päuschen einlegte.

Als sie nach dem Gespräch weiter in Richtung Badstraße gehen wollte, bemerkte sie, dass der Jugendliche an ihrer Tasche riss. Beim vergeblichen Versuch, die Tasche festzuhalten, wurde sie vom Täter ins Gesicht geschlagen,  stürzte und brach sich einen Oberschenkelhals.

Der tödliche Raub ereignete sich am Mitte Museum in der Pankstraße.
Der tödliche Raub ereignete sich am Mitte Museum in der Pankstraße. Von Museumskind - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0 / Wikipedia

Die Seniorin brach sich den Oberschenkelhals und starb nach  der Operation

Die Frau wurde ins Krankenhaus gebracht und operiert, starb aber wenige Stunden später. Die Todesursache ist bislang nicht geklärt. Das Opfer konnte noch berichten, dass der Täter  mit einem Herrenrad in Richtung Brunnenplatz davongefahren war, und ihn beschreiben.

Verdächtiger stieß eine weitere  Rentnerin um und schlug auf sie ein

Am Mittwoch wurde der Verdächtige in Reinickendorf gefasst. Er hatte gegen 11.45 Uhr eine Rentnerin (79) auf der Ollenhauerstraße von hinten umgestoßen und schlug ihr mehrfach ins Gesicht. Sie erlitt leichte Verletzungen im Gesicht und an der Hüfte.

Beamte des Polizeiabschnitts 11 suchten die Umgebung ab, konnten den Verdächtigen mit Hilfe eines Passanten (40) stellen. Teile der Beute konnten der 79-Jährigen zurückgegeben werden.

Der bulgarische Staatsangehörige erhielt noch am Donnerstag Haftbefehl von einem Richter im Amtsgericht Tiergarten. Der Vorwurf lautet Raub mit Todesfolge.

Berliner GdP-Chef spricht von wachsenden Skrupellosigkeit

Der Chef der Berliner Gewerkschaft der Polizei (GdP), Stephan Weh, zeigte sich erschüttert über die massive Gewalt des mutmaßlichen jungen Täters bei der Aussicht auf ein paar Euro. „Angesichts solcher Fälle und wachsender Skrupellosigkeit müssen wir dann schon auch festhalten, dass es der Rechtsstaat anscheinend verpasst hat, rechtzeitig Grenzen aufzuzeigen und der aufkeimenden Gewaltspirale frühzeitig entgegenzutreten“, meinte Weh.