Zwei der Täter beim Prozess gegen die Oma-Bande. Foto: zVg

Sie lockten Rentnerinnen aus ihren Wohnungen: Mitglieder einer Bande klauten sich berlinweit durch Pflege- und Seniorenheime. Drei Männer stehen nun vor Gericht.

Ein Steinsetzer, ein Schneider und ein Juwelier: Frank H. (54), Randolf N. (47) und Ilyas A. (42). H. und N. sollen als Einbrecher unterwegs gewesen sein. Ihnen wird schwerer Bandendiebstahl vorgeworfen. Bei A. geht es um Hehlerei. Der Juwelier soll erbeuteten Schmuck verhökert haben.

Perfide ihre Masche. Als Paketbote oder Handwerker hätten sich H. und N. ausgegeben. So im Fall einer 93-Jährigen. Einer der Täter klingelte: „Im Erdgeschoss wartet gegen eine Unterschrift ein Paket auf Sie.“

Schmuck und eine 5000 Euro teure Uhr

Der miese Dieb dann mit falscher Hilfsbereitschaft. Die Anklage: „Er sorgte dafür, dass die Wohnungstür nur in die Falle gezogen wurde.“ Als die Seniorin unterwegs ins Erdgeschoss war, drückte ein Komplize die Tür auf, stahl Geld, Schmuck und eine 5000 Euro teure Uhr.

29 Taten sind angeklagt – ältestes Opfer eine 96-Jährige. Neunmal kam die Bande zum Zuge. Schmuck und Bargeld im Wert von insgesamt 53.749 Euro seien von Mai bis September 2020 erbeutet worden.

Einige Senioren ließen sich nicht täuschen

Viele Senioren aber reagierten tough. Sie ließen sich nicht täuschen, blieben in der Wohnung – „dann bringen Sie das Paket doch hoch“ – oder schlossen beim Verlassen der Wohnung sorgfältig ab.

H. und N. sollen immer wieder mit Blumen oder Paket getarnt durch Heime gezogen sein. Bis am 10. September die Handfesseln klickten. H. gestand nun pauschal. Fortsetzung: Freitag.