Fahraddiebstahl mit einem Bolzenschneider: Häufig kommt schweres Gerät zum Einsatz.
Fahraddiebstahl mit einem Bolzenschneider: Häufig kommt schweres Gerät zum Einsatz. dpa (Symbolbild)

Seit Jahren ist Berlin ein Eldorado der organisierten Kriminalität. Klaubanden haben sich auf unterschiedlichste Bedürfnisse und Märkte spezialisiert: Autodiebe haben es vor allem auf Luxuskarossen abgesehen, geparkte Motorräder verschwinden nachts in anonymen Lieferwagen, und angeschlossene Fahrräder werden gleich zu Tausenden aufgeknackt. In der Pandemie war die Gesamtzahl der gestohlenen Räder zwar gesunken, was Insider unter anderem mit den zeitweise geschlossenen Grenzen in Verbindung bringen: Denn das Diebesgut landet oftmals fernab von Berlin irgendwo in Osteuropa.

In diesen Berliner Bezirken werden die wenigsten und die meisten Fahrräder geklaut

Doch die Entspannung währte nicht lange, wie jetzt aus der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage des Grünen-Abgeordneten Vasili Franco hervorgeht. Demnach ist die Gesamtzahl der gestohlenen Räder im ersten Halbjahr 2022 um sage und schreibe 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr angestiegen, auf 12.490 Exemplare. Laut Tagesspiegel erreicht das Niveau inzwischen wieder ziemlich genau das von 2019, vor der Pandemie.

Die wenigsten Räder verschwinden demnach in Berlins Außenbezirken Marzahn-Hellersdorf, Spandau und Reinickendorf. Am häufigsten schlagen die Diebe in den Bezirken Pankow, Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte zu.

Hotspots der Fahrraddiebe in Berlin sind bekannt, doch die Aufklärungsquote ist erbärmlich

Obwohl die Hotspots des Fahrraddiebstahls wie Alexanderplatz und Oranienburger Straße bekannt sind, gelingt es der Polizei nicht, die Zahl der Fahrraddiebstähle nennenswert zu senken. Im Gegenteil: Die Aufklärungsquote beträgt nicht einmal fünf Prozent und ist sogar nach minimalen Verbesserungen wieder gesunken. Die Täter gehen meist bandenmäßig vor, knacken selbst hochwertige Schlösser mit schwerem Gerät und krimineller Energie.

Selbst in der Pandemie ist der entstandene Schaden gewachsen, weil sich die Fahrradgangster zunehmend auf hochpreisige Modelle, inzwischen vor allem Pedelecs, spezialisieren. Im Schnitt beträgt der Wert der geklauten Räder 890 Euro – für Geringverdiener eine Menge Geld. Grünen-Politiker Franco spricht sich im Kampf gegen die Klaubanden für eine flächendeckende Codierung der Räder sowie mehr Schwerpunkteinsätze der Polizei aus.

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