Justitia vor dem Kriminalgericht in Berlin Moabit. Dem Angeklagten Maik H. wird brutales und rücksichtsloses Verhalten zur Last gelegt.  Foto: dpa

Als Passanten-Schreck zog er durch Hellersdorf: Maik H. (36) brüllte, pöbelte, drosch zu. Sieben Taten innerhalb eines Jahres brachten ihn nun vor Gericht.

Ein Hüne mit Bart, die langen Haare zum Pferdeschwanz gebunden. Einen Job hatte er nicht, verbrachte viel Zeit auf der Straße – mit Alk im Blut. Schnauzte Polizisten an, als sie Personalien verlangten: „Ich heiße Schneewittchen.“ Pupste dabei. Die Anklage: „Er flatulierte absichtlich, um die Beamten zu belästigen.“

Angeklagter: „Sie sprach mich an – das störte mich“

Die erste Attacke am 21. September 2018. In einem Park traf es eine ihm völlig unbekannte Frau. Er ging vorbei und schlug mit dem Handrücken zu. Die Lippe der Frau blutete. H. zum Richter: „Sie sprach mich an – das störte mich.“

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Ähnlich sein brutaler Auftritt einige Wochen später auf dem U-Bahnhof Kaulsdorf Nord. Seinen Frust bekam eine ihm fremde Frau ab. Die Anklage: „Er bespuckte und bespritzte sie mit Bier.“ Empört schüttete sie ihm den Rest aus ihrem Kaffeebecher über die Jacke. Anklage: „Daraufhin schlug er ihr mit der Faust ins Gesicht.“

Polizisten stellten bei H. kurz danach eine Alkoholisierung fest. H. nuschelte nun: „Aber eigentlich war ich damals gerade abstinent.“ Die Dame habe ihn komisch angesehen. In einem anderen Fall soll er einem Mann eine Bierflasche über den Kopf gezogen haben. Maik H.: „Habe ich gar nicht gemacht.“ Aber wieder sei die Polizei gekommen: „Die waren gleich so aufgeregt.“

Muss Kai H. in die Psychiatrie?

Es folgten zwei weitere Vorfälle. Zuletzt ging es um einen Euro. Er schlug und trat einen Kumpel, so die Anklage. Der Mann musste im Krankenhaus behandelt werden. H. nun: „Ich war sauer, er hatte mein Shirt zerrissen.“ Im Prozess geht es auch um die Frage, ob H. dauerhaft in die Psychiatrie muss. Fortsetzung: 14. Mai.